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Nortel will weitere 7000 Stellen streichen

28.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der kanadische TK-Ausrüster Nortel Networks will mit einem weiteren Stellenabbau dem Breakeven-Ziel zum Juni 2003 ein Stück näher kommen. Da aufgrund der anhaltenden Investitionszurückhaltung der Carrier die Umsätze drastisch eingebrochen sind, plant das Unternehmen aus Ontario nun, die Zahl der Arbeitsplätze um weitere 7000 auf 35.000 Stellen zu reduzieren. Ende 2000 hatte Nortel noch 95.500 Angestellte beschäftigt. Die Kanadier hoffen, mit diesem Schritt bereits bei einem Quartalsumsatz von unter 2,6 Milliarden Dollar ein positives Pro-forma-Ergebnis zu erzielen. Bislang hatte der TK-Ausrüster kalkuliert, bei Einnahmen von 3,2 Milliarden Dollar ein ausgeglichenes Ergebnis zu schaffen. Finanzexperten bezweifeln jedoch stark, dass das Unternehmen in näherer Zukunft wieder Umsätze in dieser Größenordung erwirtschaften kann. So erklärte etwa Chet White, Analyst

bei Wells Fargo Securities, die schwierige Lage des Konzerns damit, dass Nortel nicht nur in einem schwachen Segment agiere, sondern auch Marktanteile einbüße.

Aufgrund der gesunkenen Nachfrage für Netzwerkprodukte senkten die Kanadier jetzt die Umsatzerwartung für das laufende dritte Geschäftsquartal. War das Unternehmen noch im Juli von ähnlich hohen Einnahmen wie im vorangegangenen zweiten Quartal (2,77 Milliarden Dollar) ausgegangen, rechnet Nortel nun mit einem sequentiellen Rückgang um bis zu zehn Prozent. Der angeschlagene TK-Ausrüster hofft jedoch, sich gegenüber dem Pro-forma-Verlust von 323 Millionen Dollar oder neun Cent pro Aktie verbessern zu können. Laut Umfrage von First Call/Thomson erwarten die Analysten im Schnitt ein Minus von sechs Cent je Aktie vor Abschreibungen. (mb)