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Nortel plant weitere Einsparungen

28.07.2004

Nortel Networks will weiter an seiner Kostenstruktur arbeiten. In einem aktuellen Statusbericht des TK-Ausrüsters an die Börsenaufsicht Ontario Securities Commission (OSC) erklärte Konzernchef Bill Owens, dass die Umsatzentwicklung des Unternehmens erfreulich sei. Er gehe davon aus, dass Nortel im laufenden Jahr einen Zuwachs im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich verbuchen und damit stärker als der Markt wachsen werde. Allerdings habe es Nortel noch nicht geschafft, die Betriebskosten unter die Marke von 40 Prozent des Gesamtumsatzes zu drücken. Außerdem sei die Bruttomarge niedriger als der angepeilte Wert im mittleren 40-Prozentbereich.

Details zu den geplanten Kostensenkungsmaßnahmen will der kanadische TK-Ausrüster Mitte August zusammen mit den vorläufigen Ergebnissen für das erste Halbjahr und das zweite Quartal 2004 mitteilen. Um die Kosten zu straffen, hat Nortel in diesem Jahr bereits seine komplette Produktion an den Auftragsfertiger Flextronics verkauft (Computerwoche.de berichtete). Nach dem dramatischen Geschäftseinbruch zum Jahrtausendwechsel beschäftigt der TK-Ausrüster aus Brampton, Ontario, inzwischen nur noch rund ein Drittel der ehemals 90.000 Mitarbeiter.

Nortel hatte Mitte März vor einer möglichen Berichtigung der vorläufigen Jahresergebnisse 2003 gewarnt. Am 28. April setzten die Kanadier dann ihren CEO Frank Dunn, Finanzchef Douglas Beatty sowie den Leiter der Bilanzabteilung, Michael Gollogly, vor die Tür. Gleichzeitig teilten sie mit, dass voraussichtlich die Bilanzen für jedes der vier Quartale des Jahres 2003 sowie für weitere Berichtsperioden aus den Jahren 2001 und 2002 revidieren werden müssten. Wegen des Verdachts auf Falschbuchung ermitteln derzeit die US-amerikanischen und kanadischen Regulierungsbehörden gegen Nortel. Mitte Mai legte die kanadische Börsenaufsicht OSC fest, dass die Company alle vierzehn Tage über die Fortschritte bei der Revision der Jahresabschlüsse Bericht erstatten muss. (mb)