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Nortel muss sich erneut Bilanzunregelmäßigkeiten vorwerfen lassen

12.03.2004

Der kanadische TK-Ausrüster Nortel Networks hat die Veröffentlichung seines Jahresberichts 2003 auf unbestimmte Zeit verschoben. Grund sei eine interne Überprüfung der verbuchten Zahlen, teilte das Unternehmen aus Brampton, Ontario, mit. Es sei wahrscheinlich, dass eine Berichtigung der vorläufigen Jahresergebnisse und Quartalsberichte erforderlich ist. Nortel machte jedoch keine Angaben dazu, ob mit der geplanten Revision der für 2003 gemeldete Jahresgewinn zurückgenommen werden muss. Laut vorläufigen Zahlen erzielten die Netzwerker im vergangenen Jahr einen Nettoprofit von 732 Millionen Dollar – verglichen mit einem Defizit von 3,26 Milliarden Dollar im Vorjahr (Computerwoche.de berichtete).

Wenn die Abgabe des Jahresberichts nicht mehr in diesem Monat erfolgt, steht Nortels Kreditwürdigkeit und damit indirekt die Existenz des Unternehmens auf dem Spiel. Nortel würde dann gegen Richtlinien der US-Börsenaufsicht SEC verstoßen, anschließend könnten die Gläubiger auf eine frühzeitige Rückzahlung der rund 3,6 Milliarden Dollar hohen Verbindlichkeiten pochen. Wie das Unternehmen am gestrigen Donnerstag einräumte, ist es dazu möglicherweise nicht in der Lage. Es werde aber in diesem Fall versuchen, alternative Geldquellen anzuzapfen, um die Schulden zu decken.

Bereits im November 2003 hatte der Konzern Umsätze und Verluste bis zurück ins Jahr 2000 neu bilanzieren müssen, weil Sanierungskosten und Erlöse in einigen Quartalen zu hoch ausgewiesen worden waren. (mb)