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Nortel legt überarbeitete Zahlen für das erste Halbjahr 2004 vor

02.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der in einen Bilanzskandal verstrickte TK-Ausrüster Nortel Networks hat nun auch die revidierten Ergebnisse für das erste und zweite Quartal 2004 vorgelegt. Demnach steigerten die Kanadier im Anfangsquartal 2004 ihre Einnahmen im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 2,44 Milliarden (US-)Dollar. Unter dem Strich erzielte das Unternehmen aus Brampton, Ontario, einen Nettogewinn von 59 Millionen Dollar oder ein Cent pro Aktie. Im Vorjahresquartal war noch ein Verlust von 124 Millionen Dollar beziehungsweise drei Cent je Anteil angefallen.

Im darauf folgenden zweiten Quartal 2004 drehte das Nortel-Ergebnis im Jahresvergleich von minus 101 Millionen auf plus 16 Millionen Dollar oder Break-even je Aktie. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 2,59 Milliarden Dollar, von 2,29 Milliarden Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Alle Ergebnisse lagen im Rahmen der vorläufigen Schätzungen.

Die Kanadier sind seit Monaten damit beschäftigt, die Folgen eines Bilanzskandals zu beseitigen, mit dem sich auch die US-amerikanischen und kanadischen Regulierungsbehörden beschäftigen. Im Zusammenhang mit überhöhten Rückstellungen in den Bilanzen der Jahre 2001 und 2002, deren Auflösung zum Großteil für den überraschenden Turnaround im Jahr 2003 verantwortlich war, hat das Unternehmen bereits im Frühjahr 2004 mehrere Top-Manager entlassen, darunter CEO Frank Dunn, Finanzchef Douglas Beatty sowie den für Bilanzen zuständigen Michael Gollogly.

Im Januar hatte die Company bereits mit mehr als neun Monaten Verspätung aktualisierte Geschäftszahlen für 2003 sowie korrigierte Ergebnisse für die Jahre 2001 und 2002 vorgelegt (Computerwoche.de berichtete). Nun steht nur noch der bereits seit November 2004 überfällige Geschäftsbericht für das dritte Quartal 2004 aus. Diesen muss Nortel bis zum 15. Februar bei der US-Börsenaufsicht SEC vorlegen. Einen Tag davor wird Peter Currie die Aufgaben von Interims-Finanzchef William Kerr übernehmen, der nach dem Rauswurf von CFO Beatty eingesprungen war. (mb)