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Nokia und Sony-Ericsson profitieren von sinkender Handy-Nachfrage

19.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Einer aktuellen Studie von Strategy Analytics zufolge ging das Wachstum der Handy-Branche im zweiten Quartal 2003 wieder deutlich zurück: Während die weltweiten Verkaufszahlen (an den Großhandel) im Anfangsquartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16 Prozent zunahmen, betrug der Zuwachs im zweiten Vierteljahr lediglich elf Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet die britisch-amerikanische Marktforschungsfirma nun, dass die Zahl der an Mobilfunkanbieter und Zwischenhändler gelieferten Geräte nur um sechs Prozent von 422 Millionen auf 455 Millionen Handys ansteigt.

Strategy Analytics begründete die sequenziell gesunkene Nachfrage vor allem mit den Auswirkungen der Lungenkrankheit SARS auf den Wachstumsmarkt Asien. Das Nachsehen hatte dabei insbesondere Samsung als größter asiatische Handy-Hersteller: Der Anteil der Südkoreaner an den weltweit ausgelieferten Mobiltelefonen sank gegenüber dem Anfangsquartal von 12,1 auf 10,8 Prozent. Motorola verzeichnete im Berichtszeitraum insbesondere in China starke Einbußen. Als Resultat schrumpfte der Marktanteil des US-Konzerns von 15,4 auf 14,2 Prozent. Motorola behauptete sich damit jedoch vor Samsung auf dem zweiten Platz.

Branchenprimus Nokia konnte dagegen sogar seinem Marktanteil von 35 auf 37 Prozent ausweiten. Dank der guten Nachfrage nach Kamera- und Spiele-Handys in Europa und Japan verbesserte auch das Joint Venture Sony-Ericsson seinen weltweiten Anteil von fünf auf sechs Prozent. Das japanisch-schwedische Gemeinschaftsunternehmen bildete aber nach wie vor das Schlusslicht der "Big Five" im Handy-Geschäft. Der Anteil von Siemens ging leicht von 7,3 auf 7,2 Prozent zurück. (mb)