Frustrierendes Quartal

Nokia sendet Durchhalteparolen

23.07.2010
Schrumpfende Erträge für Nokia und Traumgewinne für Apple: Der lange Zeit souveräne Handy-Weltmarktführer aus Finnland hinkt bei Smartphones kräftig hinter dem iPhone her.

Olli-Pekka Kallasvuo klingt einfach nicht so cool wie Steve Jobs, selbst wenn der Nokia-Chef nach dem Vorbild seines Apple-Kollegen schon mal im dunklen T-Shirt auftritt. Bei der Vorstellung der Zwischenbilanz am Donnerstag in Espoo vor den Toren von Helsinki passte denn auch irgendwie ein Schlips am Hals des Finnen besser: Während Apple mit seinem iPhone Traumgewinne einfährt, musste Kallasvuo für das zweite Quartal massiv geschrumpfte Erträge einräumen: Nur noch 227 statt 380 Millionen Euro zwölf Monate zuvor hat der weltweite Appetit auf neue Handys an Gewinn gebracht.

Der iPhone-Hersteller Apple konnte weniger als 48 Stunden vorher eine Gewinnsteigerung von 1,8 Milliarden auf satte 3,3 Milliarden Dollar (1,4 auf 2,6 Mrd Euro) für das abgelaufene Quartal verkünden. Insgesamt 40 Prozent davon soll nach Analystenschätzungen das iPhone eingebracht haben. Diese Zahlen sprechen ihre klare Sprache über die Machtverhältnisse auf dem heiß umkämpften Markt für schicke, anspruchsvolle und eben auch lukrative Smartphones. Dem iPhone und auch anderen Konkurrenten wie Googles Android hat Nokia bisher nichts entgegenzusetzen gehabt.

Im Tonfall eines eigentlich schüchternen, aber tapfer gegen aufsässige Schüler agierenden Schulrektors kündigte Kallasvuo an, Nokia werde jetzt "per Kickstart zurückschlagen". Am Ende des dritten Quartals soll das neue Modell N8 mit dem neuen, eigenen Symbian- System 3 endlich ausgeliefert werden. In schneller Folge soll danach "eine ganze Familie" anspruchsvoller, schicker Modelle mit Symbian kommen. "Das N8 wird besser sein als alle anderen jemals bei Nokia produzierten Mobiltelefone", verkündete der seit 2006 in Espoo an der Spitze stehende Finne.

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