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Nokia: Multimedia-Features sollen den Handy-Markt ankurbeln

27.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Laut Nokia werden neue Funktionen wie das Empfangen von Bildern und Tönen in den nächsten Jahren wieder mehr Kunden zum Austausch ihres alten Handys bewegen. Der finnische Hersteller rechnet damit, dass der Anteil von Käufern ,die ihr in die Jahre gekommenes Mobiltelefon ersetzen, auf 70 bis 80 Prozent ansteigen wird. Sollte die Prognose eintreffen, wäre dies ein Hoffnungsschimmer für die angeschlagene Handy-Industrie: Die Branche erwartet in diesem Jahr den ersten Verkaufseinbruch, bedingt durch die schlechte wirtschaftliche Lage, schuldenbeladene Carrier sowie fehlenden Anreizen für Kunden, ihr Handy auf den neuesten Stand der Technik zubringen. So soll die Zahl der verkauften Mobiltelefone 2001 unter den im letzten Jahr verkauften 408 Millionen Stück liegen. Zu 50 Prozent tragen dabei Aufrüstungen bei und Analysten befürchten, das diese Quote in den kommenden Jahren nicht

dramatisch ansteigen wird. Auf der anderen Seite sind gerade diese Kunden besonders wichtig, da die Marktdurchdringung bereits stark fortgeschritten ist und weiterhin mit einer sinkenden Anzahl von Erstkunden zu rechnen ist.

Nokias Grund, an dem prognostizierten Zuwachs festzuhalten, sind drei neue Modelle, darunter der Typ 7650 mit großem Farbdisplay und eingebauter Digitalkamera (Computerwoche online berichtete). Das Handy unterstützt GPRS und Multimedia Messaging Service (MMS) und soll im zweiten Quartal 2002 für 550 Euro angeboten werden. Es soll Carriern helfen, einen Markt für mobiles Internet aufzubauen. Die TK-Unternehmen haben nämlich speziell in Europa Schwierigkeiten, entsprechende Services einzuführen: Hier wird gerade das langsamere GPRS eingeführt, mit UMTS ist frühestens Ende 2002 zu rechnen. Analysten erwarten jedoch, dass die Carrier mit Nokias GPRS-Multimedia-Handy die dringend benötigten Einnahmen generieren können. Der finnische Hersteller ist laut Gartner-Studie Marktführer bei den Mobilfunkanbietern mit

einem Anteil von 33,4 Prozent. (mb)