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Nochmal Siemens: Ärger in England

01.07.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Siemens Business Systems (SBS) in Großbritannien hat weiterhin Ärger mit dem dortigen Pendant der Bundesdruckerei, die für die Herstellung von Pässen zuständig ist. Die British Passport Agency und SBS versuchen sich seit einiger Zeit gegenseitig den schwarzen Peter dafür in die Schuhe zu schieben, daß bei dem von Siemens installierten System zur Bearbeitung der Paßanträge inzwischen ein Rückstand von mehr als 550 000 Stück aufgelaufen ist. Ein britisches Regierungsmitglied hatte laut Brancheninformationsdienst "Computerwire" am Dienstag abend im Fernsehen erklärt, Siemens werde so lange nicht bezahlt werden, bis das System nicht reibungslos arbeite. Der Hersteller ist sich keiner Schuld bewußt. In einer Presseerklärung ließ SBS verlauten, man habe "alle

Systeme entsprechend dem vereinbarten Zeitplan entwickelt und geliefert". Schuld an dem Debakel sind nach Ansicht von Siemens irrige Prognosen des Innenministeriums (Home Office) bezüglich der zu erwartenden Zahl von Anträgen.