Young Professional Index 2022

Nike und Adidas verlieren, Mercedes gewinnt

27.09.2022
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Den Nachwuchs zieht es zu Konzernen wie Mercedes, Google und BMW. Die Triebfeder ist dabei in erster Linie ein gutes Gehalt – so der aktuelle Young Professional Attraction Index von Academic Work.
Die Automobilbranche genießt bei Young Professionals einen sehr guten Ruf. Im Attraction Ranking befinden sich sieben Autobauer unter den Top Ten.
Die Automobilbranche genießt bei Young Professionals einen sehr guten Ruf. Im Attraction Ranking befinden sich sieben Autobauer unter den Top Ten.
Foto: Mikbiz - shutterstock.com

Der auf die Vermittlung von Young Professionals spezialisierte Personaldienstleister Academic Work veröffentlichte jetzt seinen achten Young Professional Attraction Index (YPAI). Die Befragten der Studie wurden gebeten, Attribute anzugeben, die für sie bei der Wahl eines Arbeitgebers an wichtigsten sind. Am häufigsten genannt wurden dabei:

  • Gehalt und Benefits (71 Prozent),

  • Atmosphäre, Unternehmenskultur und Kollegen (59 Prozent) und

  • Flexibilität und Work-Life-Balance (57 Prozent).

"Gehalt hat einen höheren Stellenwert"

"Die Veränderungen zum YPAI 2019 sind deutlich sichtbar", kommentiert Stefan Heinrichs, Managing Director bei Academic Work Deutschland, das Ergebnis. In der damaligen Auflage war das Arbeitsklima (64 Prozent) der meistgenannte Wert, vor Gehalt und Benefits (60 Prozent) und Wertschätzung und Fairness (45 Prozent). Flexible Arbeitszeiten wurden 2019 nur von 43 Prozent der Befragten angegeben.

"Das Gehalt hat in den letzten Jahren einen höheren Stellenwert bekommen", analysiert Heinrichs. Aber auch die sogenannten weichen Faktoren wie die Atmosphäre innerhalb des Teams oder eine hohe Flexibilität blieben wichtig. Am Ende der Liste stehen das Prestige des Unternehmens (22 Prozent) und Themen wie CSR (Corporate Social Responsability) oder EDI (Equality, Diversity, Inclusion) sowie soziale Gerechtigkeit (20 Prozent). 2019 waren es noch die Unternehmenskultur (24 Prozent), Aufstiegschancen (23 Prozent) und soziale Verantwortung (18 Prozent). Sowohl in den Bereichen Tech, IT und Finance als auch im Vergleich zwischen den Geschlechtern ergibt sich im YPAI 2022 ein insgesamt recht einheitliches Bild - also keine großen Abweichungen beziehungsweise Unterschiede.

Automobil & Tech dominieren Attraktivitäts-Ranking

Das Ranking der für Young Professionals attraktivsten Unternehmen führt 2022 Mercedes an, gefolgt von Google und BMW:

Dass für Young Professonals das Thema Sicherhiet wichtiger wird, zeigt sich auch daran, dass nun auch der öffentliche Dienst im Ranking der attraktiven Arbeitgeber auftaucht.
Dass für Young Professonals das Thema Sicherhiet wichtiger wird, zeigt sich auch daran, dass nun auch der öffentliche Dienst im Ranking der attraktiven Arbeitgeber auftaucht.
Foto: Academic Work

Die Top Ten des Rankings besteht ausschließlich aus Unternehmen der Branchen Automobil und Tech. Insbesondere auf den Plätzen 10 bis 25 ergeben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich sichtbare Verschiebungen: Während Unternehmen wie Adidas, Nike, die Lufthansa oder die Deutsche Bahn hier abgestiegen sind, werden Unternehmensberatungen oder der Staat häufiger als attraktive Arbeitgeber genannt.

"Unternehmen, die bekannt dafür sind, gute Gehälter zu zahlen und außerdem wirtschaftlich stabil und zukunftssicher erscheinen, schneiden im Ranking besonders gut ab", konstatiert Susanna Hölken, YPAI-Spezialistin und Sales Coach bei Academic Work. Da der Fachkräftemangel die Unternehmen weiter begleiten wird, sollten sie weiter in die Personalgewinnung, die Personalentwicklung sowie Compensation & Benefits investieren, so ihre Empfehlung.

Der YPAI 2022 untersucht, welche Eigenschaften Arbeitgeber für Young Professionals attraktiv machen und liefert im zweiten Teil eine Rangliste der 25 attraktivsten Arbeitgeber aus Sicht dieser Zielgruppe. Die Studie macht Veränderungen in den Wünschen und Bedürfnissen der jungen Generation an Fachkräften sichtbar sowie den Einfluss aktueller Entwicklungen.