Arbeiten bei Retarus

Niedrige Fluktuation und keine Clean-Desk-Policy

26.11.2019
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Vor allem Mittelständler müssen alle Register ziehen, wenn es darum geht, neue Mitarbeiter einzustellen und die Erfahrenen zu halten. Retarus setzt vom Traineeprogramm über Alumni-Treffen und dem Empfehlungsprogramm auf den starken Dialog mit Bewerbern und Mitarbeitern.

Mittelständler wissen, dass sie beim Thema Personalarbeit in puncto Ressourcen und Finanzkraft aber auch was das Image angeht mit den meisten Konzernen nicht mithalten können - der Besuch von rund 50 Karrieremessen oder hundertausende Euro für eine Recruiting- oder Employer-Branding-Kampagne zu investieren, kommt meist nicht in Frage. Umso mehr ist die Kreativität der Personaler, am besten aller Mitarbeiter gefordert.

Wie zum Beispiel Retarus in München - ein mittelständisches IT-Unternehmen mit weltweit rund 350 Mitarbeitern, das in selbst betriebenen Cloud Plattformen für Enterprise Messaging, Business Integration und E-Mail-Security für den gehobenen Mittelstand, Großunternehmen und Konzerne bereitstellt, stark wächst, gerne mehr einstellen möchte und vor allem Mitarbeiter mit IT-Know-how, aber auch Vertriebler sucht.

Personalchefin Bianca Bacher mag es pragmatisch und versucht Kandidaten über unterschiedliche Kanäle zu erreichen. Dabei muss nicht jede Aktion hohe Kosten nach sich ziehen. So haben sich beispielsweise Karrieremessen an kleineren Hochschulen bewährt. Studenten erhalten bei Bedarf eine Ausbildungsförderung. Diese ist nur dann zurückzuzahlen, wenn man nach Abschluss des Studiums nicht bei Retarus bleibt. Und weil es schwierig ist, fertig ausgebildete Experten zu bekommen, setzen haben die Münchner - wie viele andere Firmen auch - ein 18monatiges Trainee-Programm auf, in dem sowohl für den Vertrieb als auch für die technische Fachrichtung ausgebildet wird.

Retarus-Gründer und Geschäftsführer Martin Hager sucht nicht den Mitarbeiter, der bei Retarus nur den nächsten Karriereschritt gehen will, sondern solche, die langfristig bleiben wollen. Bei der Einstellung findet daher in der Regel auch ein Gespräch mit dem Inhaber statt. "Er ist in 95 Prozent der Gespräche dabei", versichert Bacher.

"Eine geringe Fluktuationsquote ist uns sehr wichtig", betont die Personalerin. Aktuell bewege sie sich im niedrigen einstelligen Bereich, was für die IT-Branche eine große Ausnahme sei. Man verheize keine Mitarbeiter in Projekten und setze auf vernünftige Arbeitszeiten. Zudem solle sich jeder Mitarbeiter an seinem Schreibtisch wohlfühlen. Trends wie eine Clean-Desk-Policy (am Abend muss der Schreibtisch leergeräumt sein) oder eine täglich neue Suche nach einem Platz für seinen auf einem Rollcontainer untergebrachten Arbeitsplatz sind bei Retarus daher kein Thema.

Als Beleg für positive Unternehmenskultur von Retarus dient, dass überdurchschnittlich viele ehemalige Mitarbeiter in die Firma zurückkehren. Als Konsequenz dieser Entwicklung arbeite man daran, das Alumni-Netzwerk konsequent zu pflegen und die Ehemaligen zu Veranstaltungen einzuladen. Ebenfalls als sehr positiv bewertet die Personalerin, dass das Empfehlungsprogramm so gut funktioniert. Über ein Viertel der Neueinstellungen kommen über die eigenen Mitarbeiter. Und auch hier ermuntert man die Kollegen, aktiv zu werden, schließlich werden die Bemühungen entsprechend entlohnt.

Bianca Bacher, Personalchefin bei Retarus: "Eine geringe Fluktuationsquote ist uns sehr wichtig." Jeder Mitarbeiter soll sich wohlfühlen und die positive Unternehmenskultur bewährt sich: überdurchschnittlich viele Ehemalige kehren wieder zurück zu Retarus.
Bianca Bacher, Personalchefin bei Retarus: "Eine geringe Fluktuationsquote ist uns sehr wichtig." Jeder Mitarbeiter soll sich wohlfühlen und die positive Unternehmenskultur bewährt sich: überdurchschnittlich viele Ehemalige kehren wieder zurück zu Retarus.
Foto: Retarus

Obwohl nur 350 Mitarbeiter stark, hat Retarus Tochtergesellschaften mit Büros in vielen europäischen Groß- und Hauptstädten wie Paris, Mailand, Madrid, London, aber auch in den USA und Singapur und bietet ein sogenanntes Rotationsprogramm an. Mitarbeiter können ein bis fünf Monate in einer der Firmenniederlassungen weiter ihrer Arbeit, die sie auch im lokalen Büro zu erledigen hatten, nachgehen - eine Initiative, die auf gute Resonanz stößt.