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Niederländischer PC-Hersteller will 192 Millionen Dollar von Dell

24.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Am gestrigen Montag hat in Wilmington, Delaware, ein Patentrechtsprozess gegen den PC-Direktvermarkter Dell Computers begonnen. Kläger ist die kleine, niederländische Rechnerschmiede Tulip Computers N.V.. Presseberichten zufolge beschuldigt das in Amersfoort ansässige Unternehmen seinen ungleich größeren Konkurrenten, in seinen "Optiplex"-PCs ein von Tulip geschütztes Mainboard-Design verbaut zu haben.

Der Anwalt der Klägerseite geht davon aus, dass das Unternehmen aus Round Rock, Texas, seit der Patentierung im Jahr 1997 rund vier Millionen Rechner des Typs im Wert von 6,39 Milliarden Dollar abgesetzt hat. Als Schadensersatz fordert der Computerpionier daher nun nachträglich Lizenzgebühren in Höhe von 192 Millionen Dollar.

Dell rechtfertigte sich vor dem US-Bundesgericht, es habe bis zum Eingang der Klage vor drei Jahren nichts von dem Tulip-Patent gewusst. Gleichzeitig erklärte ein Anwalt des PC-Riesen, die von den Niederländern genannte Schadensumme sei völlig aus der Luft gegriffen und eindeutig zu hoch. Während die Texaner den geforderten Betrag bei einem Umsatz von 35,6 Milliarden Dollar im vergangenen Geschäftsjahr aus der Portokasse zahlen könnten, stellt die Summe für Tulip mehr als das Dreifache der Vorjahreseinnahmen (58,9 Millionen Dollar) dar. (mb)