Firmen suchen noch die richtige Lösung

New Work ist keine Struktur-, sondern Kulturfrage

19.01.2023
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Dass sich zurzeit so viele Unternehmen mit dem Thema New Work befassen, ist kein „modischer Hype“, sondern eine „betriebliche Notwendigkeit“. Allerdings sind noch viele auf der Suche nach dem richtigen Modell, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.
Immerhin sehen immer mehr Firmen ein, dass das Thema New Work oder konkreter auch Hybrid Work weniger eine Struktur-, denn eine Kulturfrage ist.
Immerhin sehen immer mehr Firmen ein, dass das Thema New Work oder konkreter auch Hybrid Work weniger eine Struktur-, denn eine Kulturfrage ist.
Foto: ASDF_MEDIA - shutterstock.com

An der Online-Befragung, die das in Frankfurt ansässige Institut für Führungskultur im digitalen Zeitalter (IFIDZ) regelmäßig durchführt, nahmen 177 Führungskräfte teil. Von ihnen waren 75 Prozent der Auffassung, dass die Beschäftigung mit dem Thema New Work für die Unternehmen keine "nice to have"-Angelegenheit sei, sondern aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen eine Notwendigkeit. 62 Prozent äußerten zudem, New Work sei für sie "primär eine Kultur- und weniger eine Strukturfrage", weshalb für das Gros von ihnen (72 Prozent) das Thema New Work auch "untrennbar" mit dem Thema New Leadership verbunden ist.

Mit diesem Antwortverhalten korrespondiert, dass nur 14 Prozent der Führungskräfte in der Beschäftigung mit dem Thema primär eine Reaktion der Unternehmen auf die veränderten Erwartungen und Bedürfnisse der Generationen Y und Z sehen. Vielmehr sind ihres Erachtens die Ursachen vielschichtiger und tiefgründiger. Als wesentliche Treiber dieses Prozesses erachten sie, wie vertiefende Interviews mit etwa 15 Prozent der Befragten zeigen, zum Beispiel die fortschreitende Digitalisierung und den Fachkräftemangel. Er nötigt viele Unternehmen auch dazu, ihre Personalpolitik oder auch zu überdenken.

Zumindest das Thema New Work ist bekannt genug

Überraschend ist vor diesem Hintergrund für die Initiatoren der Befragung, dass 59 Prozent der Teilnehmer äußerten, sie wüssten bereits, "was der Begriff New Work beinhaltet und welche Aspekte hiermit verbunden sind". Denn dies widerspricht laut Aussagen von Barbara Liebermeister, der Leiterin des IFIDZ, "weitgehend den Erfahrungen, die wir bei unserer alltäglichen Arbeit in der Kommunikation mit den Führungskräften von Unternehmen sammeln". In ihr erlebt das IFIDZ die Unternehmen und ihre Führungskräfte noch weitgehend als "Suchende" und nicht als Personen oder Organisationen, die die Lösung bereits gefunden haben - "auch weil dieser Change- und Transformationsprozess sich in einem dynamischen Umfeld vollzieht".

Erfreulich ist es dem IFIDZ zufolge jedoch, dass immerhin 49 Prozent der Befragten äußerten, in ihrem Unternehmen, oder auch in einigen Abteilungen, würden New Work Ansätze bereits gelebt; außerdem, dass nur zwölf Prozent von ihnen sagen, in ihrem Unternehmen werde zwar viel von New Work geredet, "doch es verändert sich wenig".

Das zeigt laut Liebermeister, dass sich aktuell bereits viele Unternehmen ernsthaft mit der Frage befassen, wie neben der Arbeit unter anderem die Arbeits- und Kommunikationsbeziehungen in ihrer Organisation künftig strukturiert und konzipiert sein sollen, auch wenn es auf diese Fragen noch keine endgültigen Antworten gibt. Nähere Infos über die Ergebnisse des IFIDZ-Leadership-Trendbarometers zum Thema "New Work" finden Interessierte auf der IFIDZ-Webseite in der Rubrik Studien.