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Neues vom HP-Spitzelskandal: Exodus der Konzernjuristen

28.09.2006
Als Folge der Spitzelaffäre sind neben drei Board-Mitgliedern nun auch zwei Justiziare und ein Sicherheitsbeauftragter zurückgetreten.

Hewlett-Packard (HP) hat sich für eine Salamitaktik bei der Aufarbeitung der Spitzelaffäre entschieden. Soeben teilte das Unternehmen mit, dass die Chefjustiziarin Ann Baskins mit sofortiger Wirkung ihren Rücktritt erklärt hat. Das sei eine "sehr schwere Entscheidung" gewesen, so die offizielle Mitteilung des Unternehmens. Ein Gutachten hatte unlängst ans Licht gebracht, dass Baskins über die Untersuchungen und die dabei verwendeten Vorgehensweisen unterrichtet war. Externe Ermittler hatten sich bei Telefongesellschaften unter falschen Namen die Einzelverbindungsnachweise einiger Board-Mitglieder sowie von neun Journalisten beschafft, um einen hochrangigen Informanten im Board zu enttarnen.

Bereits am Dienstag waren HPs oberster Sicherheitsbeauftragter Anthony Gentilucci sowie Justiziar Kevin Hunsaker von ihren Ämtern zurückgetreten. Im Board hatte vergangene Woche die Vorsitzende Patricia Dunn ihren Posten aufgegeben. Einige Tage zuvor hatte es auch den enttarnten Presseinformanten George Keyworth erwischt. Bereits im Frühjahr war der Investor Thomas Perkins als Reaktion auf die Untersuchungsmethoden aus dem Kontrollgremium ausgeschieden. Am heutigen Donnerstag sagen Dunn und Firmenchef Mark Hurd vor einem Untersuchungsausschuss in Washington aus. Von Dunn erwarten US-Medien, dass sie die Schuld von sich weisen wird. Hurd hingegen werde sich vermutlich entschuldigen. Sollte der CEO und gerade ernannte Chairman in den Skandal hineingezogen werden, kommen stürmische Zeiten auf den Konzern zu. (ajf)