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Neuer Streit um DVD-Standard droht

08.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Toshiba und NEC haben ein neues DVD-Format zur Standardisierung beim Industriekonsortium DVD Forum eingereicht. AOD (Advanced Optical Disc) beschreibt Speichermedien mit blauem Laserlicht, das eine Wellenlänge von 405 Nanometern aufweist, und bringt bis zu 20 Gigabyte Daten auf jede Seite einer DVD. Dabei soll AOD abwärtskompatibel zum aktuellen DVD-Format sein, das auf roten Lichtbündeln basiert. Erste Geräte mit der neuen Technik sollen laut NEC bereits 2003 auf den Markt kommen.

Im Gegensatz dazu setzen die Konkurrenten Matsushita, Philips, Sony, Hitachi, LG Electronics, Pioneer, Samsung, Sharp und Thomson auf das ebenfalls blaue "Blue Ray", das bislang als künftiger DVD-Standard vorgesehen war. Mit Blue Ray lassen sich bis zu 27 Gigabyte auf eine Medienseite bannen. Es ist jedoch nicht kompatibel zu AOD und kann auch keine herkömmlichen DVDs lesen.

Laut DVD-Forumssprecher Hideyuki Irie will man beide Technologien in einen einheitlichen Standard zusammenzuführen. Dies sei allerdings technisch sehr schwierig und nur möglich, wenn die jeweiligen Hersteller zusammenarbeiteten. Dafür bestehe jedoch wenig Hoffnung, vielmehr sei mit einem ähnlichen Streit wie beim aktuellen DVD-Format zu rechnen. Zur Zeit konkurrieren die Standards "DVD-R/RW" und "DVD-RAM", die das DVD Forum unterstützt, sowie das von Sony, Hewlett-Packard, Mitsubishi, Yamaha und Ricoh verwendete "DVD+R/RW". (lex)