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Neue Software taucht in die unerforschten Tiefen des Web

27.07.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das US-Startup Bright Planet hat eine Suchmaschinen-Software entwickelt, die angeblich über 500 mal so viele Internet-Seiten ausfindig macht als die herkömmlichen Search-Engines von Yahoo, Lycos oder Altavista. Während alle Suchmaschinen-Anbieter zusammen lediglich eine Milliarde Websites indizierten, könne "Lexibot" unter Einbeziehung der dynamischen Seiten bis zu 550 Milliarden Dokumente im Internet aufspüren.

Die Softwareschmiede aus Sioux Falls, South Dakota, argumentiert, die meisten Suchmaschinen würden lediglich statische Seiten in ihren Katalog aufnehmen, die so genannten dynamischen Informationen fehlten dabei. In der Praxis sieht das so aus, dass ein Anwender auf sein Suchwort in der Regel die Startseiten der entsprechenden Homepages aufgelistet bekommt, nicht aber die in den dazugehörigen Datenbanken liegenden Informationen. Diese muss er sich anschließend auf den diversen Homepages selbst zusammensuchen.

Lexibot kann zwar das "Deep Web", wie Bright Planet die tiefere Seite des Internet nennt, durchdringen, eignet sich jedoch wenig für den Consumer-Bereich. Zum einen ist die Software mit rund 90 Dollar kostenpflichtig, zum anderen benötigt sie für die tiefe Durchforstung des Internet zwischen zehn bis 25 Minuten - bei komplizierten Aufträgen sogar bis zu 90 Minuten. Daher zielt das Startup mit Lexibot auch eher auf den akademischen und wissenschaftlichen Sektor. Zudem will Bright Planet sein Produkt auch Unternehmen schmackhaft machen. Die größte Herausforderung für das Unternehmen liegt Marktbeobachtern zufolge darin, seinen potenziellen Käufern den sinnvollen Einsatz seiner Software zu demonstrieren.