Neue Moeglichkeiten fuer den Power-PC-Chip EU foerdert im OMI-Programm europaeische Prozessorfirmen

11.03.1994

MUeNCHEN (CW) - Die Europaeische Union (EU) unterstuetzt seit Februar staerker die europaeische DV-Industrie und speziell die Hersteller von Mikroprozessoren. Im Rahmen des Foerderprogramms Open Microprocessor Systems Initiative (OMI) finanziert die EU 40 Forschungsprojekte mit mehr als 100 Unternehmen und Universitaeten, unter ihnen auch IBM Deutschland.

Ziel der OMI ist es, die Entwicklung offener Systeme bereits auf der Ebene von Mikroprozessoren und deren Software zu foerdern. Die europaeischen Systementwickler sollen sich nicht im Konkurrenzkampf proprietaerer Loesungen verschleissen. Offene Systeme sollen fuer alle DV-Bereiche entwickelt werden, also etwa fuer Telefonschaltzentralen, modulare Multiprozessor-Rechner und tragbare, stromsparende Workstations. Dazu kommen Testprogramme fuer das Prozessordesign und schliesslich Applikationen.

Gestartet wurde die OMI-Foerderung 1992 mit 20 Projekten, an denen 60 Firmen und Universitaeten beteiligt waren. Heute laufen etwa 40 Forschungsvorhaben mit 100 Beteiligten, die die EU mit ueber 100 Millionen Dollar unterstuetzt.

Alfonso Molina von der Universitaet Edinburgh konkretisiert die OMI-Plaene: Heute importiere die EU etwa 90 Prozent aller Mikroprozessoren. Bis 1995 wollen die OMI-Teilnehmer diesen Anteil auf 60 Prozent reduzieren. Das Vorbild seien die amerikanischen Hersteller, allen voran Intel mit seiner Monopolstellung auf dem PC-Markt.

Keiner der Beteiligten will aber das Rad komplett neu erfinden. Vielmehr stuetzt man sich auf Bewaehrtes, wie Suns Sparc-Baureihe, Mips R3000-Chips oder den Prozessor 610 der englischen ARM, den zum Beispiel Apple in dem Handrechner Newton verwendet. Nur ein Beispiel: Im Projekt Smile versucht man, Sparc-Prozessoren in der Massenproduktion von Multimedia-Terminals einzusetzen.

Neu zu OMI ist jetzt die IBM Deutschland gekommen, die mit den Universitaeten Tuebingen und Sussex sowie einem weiteren Unternehmen zusammenarbeitet. Laut Michael Malms, Managing Director fuer technische Programme bei IBM, will man Hochleistungsgrafiksysteme konstruieren. Wenn die Power-PC-CPU sich dafuer eignen sollte, werden die vier Partner einen entsprechenden Adapter bauen.