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Neue Grafikmonster von SGI

14.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - SGI, allem Gerede um Linux und Intel zum Trotz mit 1,3 Milliarden Dollar Umsatz immer noch ein wichtiger Player im Workstation- und Server-Markt, bringt heute einen Highend-Visualisierungs-Server und eine neue Workstation-Familie auf den Markt, die allesamt auf den hauseigenen MIPS-RISC-Prozessoren basieren.

Der Server "Onyx4 UltimateVision" basiert auf der gleichen Numaflex-Architektur wie die "Origin-3000"- (MIPS/Irix) und Altix-3000"-HPC-Server (Itanium/Linux). Herausragendes Feature ist die Möglichkeit, darin bis zu 32 von ATI gelieferte Grafikbeschleuniger (GPUs = Graphical Processing Units) parallel zu betreiben. Dies ermöglicht laut Marketing-Direktor Shawn Underwood eine rund achtfach höhere Grafikleistung als sie eine Origin 3000 bei gleicher CPU-Bestückung erreicht. Die Origin und die daraus abgeleitete "Onyx InfiniteReality" glänzen zwar bei Speicherbestückung und I/O, boten aber zu geringe Grafikskalierung (klar, denn sie verarbeiten eigentlich C- oder Fortran-Programme oder wühlen sich durch große Zahlenmatrizes).

Die Onyx UltimateVision kann bis zu 64 CPUs aufnehmen, die sich Speicher und I/O teilen. Das Ganze kostet nur ein Fünftel einer InfiniteRealitiy und ist fünf mal kompakter. Ein Einstiegssystem für Poweruser mit zwei CPUs und CPUs ist für rund 45.000 Dollar zu haben. Es lässt sich auf acht Prozessoren und 4 Grafikkarten erweitern und kostet dann etwa 110.000 Dollar. Die Gruppenvariante ist mit acht CPUs/vier CPUs für 135.000 Dollar erhältlich, mit mehr Leistung aus 16 CPUs/acht GPUs schlägt sie mit rund 250.000 Dollar zu Buche. Auf "Extreme User" schließlich zielt die Ausbaustufe mit 16 CPUs/acht GPUs für 300.000 Dollar bis hin zu 64 CPUs/32 GPUs zum Preis von rund 1,2 Millionen Dollar. Kunden mit Sonderwünschen bietet SGI gar Spezialanfertigungen mit bis zu 512 CPUs/32 GPUs.

Die neuen "Tezro"-Workstations basieren auf dem gleichen MIPS-Cellboard, das auch im Origin 3000 arbeitet. Erhältlich sind vier Varianten: Uniprozessor-Tower (20.500 Dollar), Dual-Prozessor-Tower (28.000 Dollar), Vier-Wege-Tower (40.500 Dollar) sowie eine Rackmount-Ausführung mit wahlweise einer, zwei oder vier CPUs (25.000 Dollar für die Ein-Wege-Basiskonfiguration). Die verbauten MIPS-Chips takten mit 700 Megahertz. Die voll ausgebaute Quad-CPU-Maschine enthält bis zu 16 GB Hauptspeicher (8 GB für die Tower-Modelle) und bietet 3,2 GB/s Speicher- und 1,6 GB/s I/O-Bandbreite für die "VPro"-Grafikkarte. Für Erweiterungen stehen vier PCI-X-Busse und sieben PCI-X-Steckplätze zur Verfügung. Laut Senior Marketing Manager Dixie Fisher bieten die Tezro-Workstations über drei mal mehr Leistung als die bisherige "Octane2",

die sie ablösen. (tc)