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Neue Betrugsvorwürfe gegen Worldcom

28.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wenige Wochen vor einer wichtigen Anhörung über den Abschluss der Zahlungsunfähigkeit wird der US-Carrier MCI (ehemals Worldcom) mit neuen Anschuldigungen konfrontiert. US-Medienberichten zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den zweitgrößten US-Anbieter für Ferngespräche wegen angeblichem Abrechnungsbetrug. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, es habe über neun Jahre hinweg Ferngespräche als Ortsgespräche ausgegeben, um lokalen Anbietern keine Durchleitungsgebühren zahlen zu müssen. Auslöser waren interne Dokumente sowie Informationen ehemaliger MCI-Mitarbeiter und der Telefongesellschaften AT&T, SBC Communications und Verizon. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft erstreckten sich auf die USA und Kanada. Das Ausmaß des angeblichen Betrugs ist nicht bekannt. Branchenkenner schätzen ihn jedoch auf einige hundert Millionen Dollar. Das

Management von MCI hat die Vorwürfe als unbegründet zurückgewiesen und erklärt, es handle sich um den Versuch konkurrierender Unternehmen, den Abschluss des Gläubigerschutzstatus zu erschweren.

Least-Cost-Routing, die Umleitung von Telefongesprächen, um eine möglichst niedrige Gebühr zu erzielen und die Auslastung des TK-Netzes zu optimieren, ist branchenweit üblich. Die US-Wettbewerbsbehörde Federal Communications Commission (FCC) schreibt jedoch vor, dass dabei der Status des Gesprächs (lokal, innerhalb eines Bundesstaats, international) nicht verändert werden darf. (mb)