NAS-Server für Arbeitsgruppen

NAS-Test: QNAP TS-470 Pro

06.11.2014
Von Karl Fröhlich
Desktop-NAS-Systeme können den Business-Anspruch meist nur schwer erfüllen. Das QNAP TS-470 Pro stellt sich aber dieser Herausforderung. Der 4-Bay-Speicher kommt mit einer hochwertigen Ausstattung und überzeugt mit schnellen Performance-Werten.

Mit dem 4-Bay-NAS TS-470 Pro richtet sich QNAP vor allem an kleine Firmen, Arbeitsgruppen und SOHOs. Aber auch für ambitionierte Heimanwender bietet das Gerät im Multimedia- und Überwachungsbereich einige interessante Funktionen. Der Hersteller liefert das System ohne Festplatten. In der Vollausbaustufe ist mit vier 6-TByte-Platten eine maximale Bruttokapazität von 24 TByte möglich. Aktuell werden hier die Laufwerke WD60EFRX (zirka 239 Euro) von Western Digital sowie Seagates ST6000NM0024 (zirka 430 Euro) unterstützt.

Technische Details

Den Takt gibt im TS-470 Pro ein Dual-Core-Prozessor Intel Core i3-3220 mit 3,3 GHz vor. Das ist für die Geräteklasse durchaus ungewöhnlich. Normalerweise arbeiten in Desktop-Systemen Atom- oder Marvel-CPUs. Dem Prozessor steht ein SO-DIMM RAM mit zwei beziehungsweise 16 GByte (TS-470 Pro-16G) zur Seite.

Zum Anschluss an das Netzwerk sind zwei 1-Gbit-Ethernet-Ports vorhanden. Optional kann der Anwender aber zwei weitere GbE- beziehungsweise sogar 10-GbE-Schnittstellen nachrüsten. QNAP zufolge erreicht das NAS mit 10 GbE Transferraten von bis zu zirka 1.700 MByte/s. Die 10-GbE-Karten schlagen mit rund 460 Euro zu Buche. Zudem gehören zwei USB-2.0- und drei USB-3.0-Schnittstellen (eine davon an der Front) zur Ausstattung.

Die vier 3,5-Zoll-Laufwerke sind hotswap-fähig ausgelegt und lassen sich bei Bedarf im laufenden Betrieb austauschen. Zudem kann man jedes Laufwerks-Shuttle mit einem Schloss absperren. Dies ist vor allem in Firmenumgebungen wichtig, wenn mehrere unterschiedliche Leute Zugang zu dem Gerät haben. Das NAS unterstützt die RAID-Level 0, 1, 5, 6, 10, 5 sowie eine JBOD-Konfiguration.

Installation

Getestet wurde ein 12-TByte-Modell von den Kollegen von speicherguide.de. Die vier 3-TByte-Platten wurden von den Testern in einem RAID-5-Verbund betrieben. Die Installation geht unkompliziert vonstatten. Das Software-Tool Qfinder erkennt das NAS auf Anhieb und über QNAPs Browser-basiertes QTS-Betriebssystem kann der Anwender das Gerät einrichten und verwalten. Hier lassen sich beispielsweise Benutzer anlegen, Backups einleiten und der Speicher einrichten. Zudem kann der User mit zusätzlichen Apps weitere Anwendungen laden und hinzufügen

Performance und Betriebsgeräusch

Im Test schafft die TS-470 Pro beim Kopieren einer großen Datei über 100 MByte/s. Das ist mehr als ansehnlich. Dabei wird ein zirka 3,8 GByte großes HD-Video von einer internen SATA-Disk binnen 37 Sekunden (103 MByte/s) auf das NAS kopiert. Die Kopie eines knapp ein GByte großen Ordners mit Dateien unterschiedlicher Größe dauert nur 27 Sekunden (40,37 MByte/s).

Hier macht sich der integrierte Core-i3-Prozessor positiv bemerkbar. Während die meisten Desktop-NAS-Systeme über ein externes Netzteil verfügen, verbaut QNAP die Stromversorgung im Gerät. Der Lüfter ist am Produkt eigentlich immer leise hörbar. In einem Abstand von zwei bis drei Metern merkt man davon allerdings schon nichts mehr. Die Betriebsgeräusche sind auf jeden Fall bürotauglich.

Inhalt dieses Artikels