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Napster zahlt einen hohen Preis für Wachstum

04.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Internet-Musikfirma Napster hat ihren Verlust im ersten Geschäftsquartal 2005/6 (Ende: 30. Juni) trotz steigender Umsätze und Nutzerzahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum ausgeweitet. Wie die früher unter dem Namen Roxio bekannte Firma bekannt gab, legten die Einnahmen im Jahresvergleich um 167 Prozent auf 21 Millionen Dollar zu. Da gleichzeitig auch die Vertriebs- und Marketing-Kosten von 4,3 Millionen auf 16,2 Millionen Dollar kletterten, weitete sich jedoch der Verlust von 2,6 Millionen auf 19,9 Millionen Dollar oder 46 Cent je Aktie aus. Während Napster mit Anleger diesen Kennzahlen positiv überraschte - von Thomson First Call befragte Analysten hatten im Schnitt einen Verlust von 61 Cent pro Anteil bei 19,9 Millionen Dollar Umsatz prognostiziert - blieb der Kundenzuwachs hinter den Erwartungen zurück. Trotz üppiger Preisnachlässe kletterte die Summe der zahlenden Abonnenten im Quartal nur um 13 Prozent auf 402.000, die derzeit noch in den Semesterferien befindlichen Studenten aus dem mit Dell betriebenen Hochschulangebot (siehe auch: "Dell und Napster bringen gemeinsames Hochschulangebot") nicht eingerechnet.

Um seinen Verbreitungsgrad zu steigern, gab Napster nun bekannt, in den nächsten zwölf Monaten ein Joint Venture mit der Musikvertriebskette Tower Records Japan zu gründen. (mb)