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Napster kommt Bertelsmann teuer

27.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit den Zahlungen an den amerikanischen Autorenverband National Music Publishers´ Association (NMPA) kostete die Übernahme von Napster der Bertelsmann-Gruppe bereits jetzt über 100 Millionen Dollar. Ein Ende der Investitionen ist damit jedoch noch nicht in Sicht, da die Schlichtungssumme an geschädigte Plattenfirmen noch ausgehandelt wird. Außerdem existiert der geplante Abo-Service für Musik-Downloads aus dem Internet bislang nur auf dem Papier. Wann der Medienkonzern sein Geld zurück erhält, ist deshalb offen.

Laut Napster und der NMPA wird Bertelsmann die Erstattung der vorgestern vereinbarten 26 Millionen Dollar für entstandene Rechteverletzungen übernehmen. Außerdem will der Konzern weitere zehn Millionen Dollar für künftige Lizenzrechte (Computerwoche online berichtete) zahlen. Zusammen mit einem 60-Millionen-Dollar-Kredit im Vorjahr sowie einer Erweiterung der Kreditlinie in Höhe von sieben bis zwölf Millionen Dollar Mitte dieses Jahres überschreitet das finanzielle Engagement von Bertelsmann damit bereits die 100-Millionen-Dollar-Marke. Dadurch ist Napsters Geldbedarf aber bei weitem noch nicht gedeckt: Die Internet-Musiktauschbörse will einen Abonnement-Dienst ähnlich wie AOL oder MSN auf die Beine stellen. Ein solches Unterfangen kostet jedoch viel Geld. Zusätzlich deckt die Schadensersatzzahlung an NMPA nicht alle existierenden

Forderungen an Napster. Ein vermutlich noch höherer Betrag als Schlichtungssumme an die geschädigten Plattenfirmen wurde noch nicht ausgehandelt.