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Napster-Alternativen verzeichnen großen Benutzerzuwachs

11.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Während der zum Bertelsmann-Konzern gehörende MP3-Dienst Napster immer noch an seinem kostenpflichtigen Abonnementsystem bastelt, haben anderen Musiktauschbörsen in den vergangenen Monaten stark an Popularität gewonnen. Von März bis August 2001 hat sich die Zahl der Surfer, die auf Napster-Alternativen setzen, um 492 Prozent auf 6,9 Millionen erhöht. Das ist das Ergebnis einer Studie des US-Marktforschungsunternehmens Jupiter Media Metrix. Besonderer Beliebtheit erfreut sich dabei der Musikdienst Morpheus. Das Unternehmen verzeichnete im August dieses Jahres rund 2,3 Millionen Kunden. Gegenüber Juni 2001 bedeutet das eine Steigerung um 186 Prozent. Im Gegensatz zu Napster setzt Morpheus keinen zentralen Server als Musikverzeichnis ein. Ähnlich wie bei dem Online-Service Gnutella sind Songs und Verzeichnis auf den Festplatten der jeweiligen Benutzer verteilt.

An zweiter Stelle lag im August 2001 der auch unter dem Namen Fast Track bekannte Konkurrenzservice KaZaA Media Desktop mit 1,3 Millionen Benutzern. Das entspricht im Vergleich zum vergangenen Juni einer Steigerung um 157 Prozent. Der MP3-Tauschdienst Winmix erhöhte seine Kundenzahl im Vergleichszeitraum um 91 Prozent auf 1,2 Millionen. Der amerikanische Service Aimster zählte im August rund 927.000 Benutzer (plus 74 Prozent).

Die Musikindustrie ist über den großen Kundenzuwachs der Napster-Erben beunruhigt. In der vergangenen Woche hatte der US-Filmverband Motion Picture Association of America und Vertreter der Musikbranche unter anderem gegen Musiccity.com, den Hauptbetreiber von Morpheus, wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung geklagt (Computerwoche online berichtete).