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Nach höherem Quartalsverlust: SGI wechselt Führungsspitze aus

01.02.2006
Der Superrechnerspezialist will mit einem neuen Firmenchef aus der Krise kommen.

Silicon Graphics weitete seinen Nettoverlust im Ende Dezember abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal 2005/6 auf 30,5 Millionen Dollar oder elf Cent je Aktie aus, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 11,1 Millionen Dollar beziehungsweise vier Cent pro Anteil angefallen war. Das Ergebnis wurde in erster Linie durch die zehn Millionen Dollar hohen Restrukturierungskosten belastet. Im Jahresvergleich fiel der Umsatz um 35 Prozent auf 144,4 Millionen Dollar. Dabei schrumpften die Produkterlöse mit 69 Millionen Dollar fast um die Hälfte, während die Serviceeinnahmen mit 70 Millionen Dollar nur leicht einknickten.

Der Anbieter von High-Performance-Computern (HPC) leidet seit geraumer Zeit unter einer sinkenden Nachfrage. Der Zustand verschlechterte sich nach Angaben von Finanzchef Jeff Zellmer im Berichtsquartal weiter, nachdem SGI im November vergangenen Jahres von der New Yorker Börse ausgeschlossen wurde. Während sich auf der Umsatzseite außerdem verschobene Regierungsaufträge und Lieferschwierigkeiten von Intel negativ auswirkten, sei es SGI gelungen, die Bruttomarge gegenüber dem vorangegangenen Quartal von 37,8 auf 41,7 Prozent zu verbessern, erklärte Zellmer. Weitere Maßnahmen zur Kostensenkung seien in Planung.

Mit frischem Wind im Management hofft SGI nun, der Abwärtsspirale zu entkommen: Wie das Unternehmen bekannt gab, ersetzt Dennis McKenna mit sofortiger Wirkung CEO Robert Bishop, der das Unternehmen die vergangenen sechs Jahre leitete.

Der 56-jährige McKenna verfügt laut SGI über mehr als 20 Jahre Management-Erfahrung bei Hightech-Firmen. Zuletzt arbeitete er als CEO bei SCP Global Technologies, einem nicht börsennotierten Chipzulieferer. Davor leitete er das Halbleiter- und Serviceunternehmen ChipPAC.

SGI werde unter der neuen Führung weiterhin das tun, was es beherrscht, wenn auch effizienter, sagte McKenna in einem Statement. Gleichzeitig werde das Management Strategien erarbeiten, um Umsatz und Ergebnis zu verbessern. (mb)