iOS 11

Mythos: "Mein iPhone wird immer langsamer"

Stephan Wiesend schreibt für die Computerwoche als Experte zu den Themen Mac-OS, iOS, Software und Praxis. Nach Studium, Volontariat und Redakteursstelle bei dem Magazin Macwelt arbeitet er seit 2003 als freier Autor in München. Er schreibt regelmäßig für die Magazine Macwelt, iPhonewelt und iPadwelt.
Ein Test von Futuremark geht dem alten Gerücht nach, alte iPhones würden von Apple mit jedem neuen System künstlich ausgebremst.

Kurz nach Erscheinen eines neuen iPhones gibt es ein interessantes Phänomen, auf das die Softwarefirma Futuremarkt hinweist: Die Google-Suchanfragen zu Themen wie "iphone is Slow" oder "why my iphone is slow" steigen sprunghaft an. Anscheinend steigt nach dem Erscheinen eines neuen iPhones die Unzufriedenheit mit der Performance des alten Gerätes.

Alle Jahre wieder: Nach dem Erscheinen eines neuen iPhones wächst die Unzufriedenheit mit der Performance des alten Gerätes.
Alle Jahre wieder: Nach dem Erscheinen eines neuen iPhones wächst die Unzufriedenheit mit der Performance des alten Gerätes.
Foto: Denys Prykhodov - shutterstock.com

Es hält sich offenbar sogar das Gerücht, mit jedem neuen iOS-System würden alte iPhones von Apple künstlich "ausgebremst" um den Verkauf neuer Modelle zu steigern. Das ist natürlich Unsinn, die Hersteller des Benchmarks 3DMark wollten dem aber trotzdem nachgehen. Dazu verglichen sie die Performance-Daten von sieben iPhone-Modellen unter iOS 9, iOS 10 und iOS 11.

Hunderttausende Messungen der CPU- und Grafikleistung mit dem firmeneigenen Benchmark lieferten ein eindeutiges Ergebnis: Die Hardwareleistung bleibt unter allen drei iOS-Versionen so gut wie identisch. Die Meßunterschiede zwischen den Einzelmessungen betragen allenfalls einige Prozent, die kein Nutzer im Alltag bemerken sollte. Nach unserem Eindruck scheint sich die GPU-Leistung unter iOS 11 sogar ein wenig gesteigert zu haben, dazu liegen aber bisher zu wenig Messungen vor.

Warum ein neues System ein iPhone wirklich ausbremsen kann

Unterschiede in der Performance treten auf, wenn ein neues System neue Funktionen und Hintergrundprozesse bietet, die zusätzlich die CPU belasten - etwa iCloud-Dienste. Eine weitere Einschränkung: Nach unserer Erfahrung werden ältere Modelle wie das iPhone 5S oder iPhone 6 zusätzlich ausgebremst, da sie nur mit einem GB RAM ausgestattet sind. Neuere iPhones bietet dagegen zwei oder drei GB Arbeitsspeicher. Auch ältere iPhones werden von Apple aber gut unterstützt, so ist auch das iPhone 6 immer noch sehr beliebt.

Praxis, Ratgeber und Tipps

Praxis, Ratgeber und Tipps

Unsere Meinung: Der Eindruck, iPhones würden schnell veralten, hat vielleicht noch eine andere Ursache: Die Performance der iPhone-Geräte hat sich vor allem in den ersten Jahren rasant gesteigert. Neben einem neuen iPhone 5S oder iPhone 6 wirkten deshalb wenige Jahre alte Modelle wie das iPhone 3GS oder iPhone 4S sehr langsam. Gleichzeitig stiegen ab iOS 5 aber auch die Hardwareanforderungen ähnlich rasant. Seitdem sind die Performance-Sprünge zwischen den Generationen zwar weit weniger extrem, vermutlich hat sich der alte Eindruck sich aber bei vielen Nutzern gehalten.

GPU- und CPU-Leistung ist unter iOS 9, iOS 10 und iOS 11 gleich.
GPU- und CPU-Leistung ist unter iOS 9, iOS 10 und iOS 11 gleich.
Foto: Futuremark

(Macwelt)

 

Rainer Frank

Ach, wirklich? Das soll nun die scheinbaren Legenden beenden helfen?

Ich sitze hier vor meinem iPad 2, das mit dem Update auf iOS 9 derart langsam geworden ist, dass man es beinahe als unbrauchbar bezeichnen könnte. Dabei sind beinahe sämtliche tollen Features / Funktionen abgeschaltet. Es wird nur noch für E-Mails, Kalender, Kontakte und Browsing verwendet. Das ist der mögliche Rest-Nutzungsgrad. Der Funktionszuwachs ist nach allen Empfehlungen im Web abgeschaltet, um es überhaupt weiter nutzen zu können.

Soweit dazu.

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