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Musik-Piraterie: P2P-Dienste spielen keine Rolle

29.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wie schnell sich illegal kopierte Musik-CDs verbreiten, zeigt ein Blick auf die digitale Hitliste des CDDB-Datenbank-Betreibers Gracenote. Darin tauchte das Album "The Eminem Show" des Rappers Eminem bereits auf dem zweiten Platz auf, bevor es im Handel zu haben war. US-Medienberichten zufolge verkauften so genannte Bootlegger Kopien der CD an Straßenecken in größeren Städten der USA wie New York und Los Angeles für fünf Dollar.

Gracenote stellt seine Hitparade anhand der Anfragen zusammen, die bei der hauseigenen CDDB-Datenbank eingehen. Solche Anfragen stellen Audioplayer wie Winamp in der Standardkonfiguration automatisch, wenn der Anwender eine Audio-CD in das Laufwerk des PCs schiebt und online ist. Mit Hilfe der Informationen aus der Datenbank können die Player nicht nur die Track-Nummern, sondern den Namen des Albums und die Titel der einzelnen Lieder anzeigen. Da die Programme jedoch solche Anfragen nicht stellen, wenn MP3-Dateien abgespielt werden, sind nach Ansicht von Gracenote P2P-Dienste (Peer to Peer) wie Kazaa oder Morpheus nicht an der schnellen Ausbreitung der illegal kopierten Lieder beteiligt gewesen.

Die Bootlegger haben die Titel der neuen Eminem-CD über das Internet bekommen, berichten Insider. Über welche Kanäle und wieviel Geld an die ursprünglichen Beschaffer geflossen ist, wollten sie nicht verraten. (lex)