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Motorola verkauft chinesische Chipfabrik an Auftragsfertiger

27.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Motorola hat seine Chipfabrik im chinesischen Tianjin an einen einheimischen Halbleiterhersteller verkauft. Wie das Unternehmen aus Schaumburg, Illinois, bekannt gab, wird der Auftragsfertiger Semiconductor Manufacturing International (SMIC) das Werk übernehmen, fertig stellen und betreiben. Finanzielle Details des Vertrags wurden nicht bekannt. Motorola erklärte lediglich, als Ausgleich für seine Investitionen erhalte es eine Beteiligung an der Company aus Schanghai und werde künftig einen Platz im SMIC-Verwaltungsrat belegen. Der US-Konzern wollte insgesamt 1,9 Milliarden Dollar in die Fertigungsstätte stecken. Aufgrund der Chipkrise im Jahr 2001 drehte Motorola jedoch nach einer Milliarde Dollar den Geldhahn zu.

Die nun getroffene Vereinbarung betrifft lediglich die Fertigung der Microcontroller-Serie MOS-17. Die nahegelegene Montage- und Testfabrik mit 1200 Mitarbeitern will Motorola dagegen weiterhin nutzen. Außerdem plant die Company, die Angestelltenzahl im Tianjin Semiconductor Design Center aufzustocken.

Der US-Konzern hatte vor einem Monat angekündigt, er werde sich aus der Halbleiterfertigung zurückziehen und auf die Bereiche Kommunikation und integrierte Elektronik konzentrieren. (mb)