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Motorola meldet dritten Quartalsverlust in Folge

10.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der amerikanische Konzern Motorola hat gestern seine Bilanz für das dritte Quartal seines Geschäftsjahres vorgelegt. Darin weist das Unternehmen aus Schaumburg, Illinois, einen Nettoverlust von 1,4 Milliarden Dollar aus, der vor allem durch sinkende Nachfrage in den Bereichen Wireless und Halbleiter sowie Sonderbelastungen in Höhe von zwei Milliarden Dollar entstand. Immerhin: Die Handysparte entsprach den Erwartungen der Analysten.

Der Nettoverlust pro Aktie beläuft sich auf 64 Cent nach 531 Millionen Dollar oder 23 Cent je Anteilschein Gewinn im Vergleichsquartal des Vorjahres. Enthalten sind unter anderem Rücklagen von 1,3 Milliarden Dollar für die Verlängerung eines Zwei-Milliarden-Dollar-Kredits an den türkischen Carrier Telsim, der sich bei der Restrukturierung seiner Verbindlichkeiten "ausgesprochen unkooperativ" gezeigt haben soll. Weitere 850 und 220 Millionen schreibt Motorola für Investments und Kostensenkungsmaßnahmen ab; dem steht ein außergewöhnlicher Zugewinn von 225 Millionen Dollar aus dem Verkauf der Militärsparte gegenüber. Der operative Quartalsverlust beträgt 153 Millionen Dollar oder sieben Cent pro Aktie (Vorjahresquartal: 643 Millionen Dollar Gewinn).

Die Quartalseinnahmen gingen von 9,5 Milliarden Dollar im Berichtszeitraum des Vorjahres um 22 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar zurück. Der Bereich Personal Communications (Handys, Pager etc.) konnte seinen Umsatz von 2,5 Milliarden Dollar im Vorquartal auf 2,69 Milliarden Dollar steigern - ein Jahr zuvor hatten die Einnahmen allerdings 3,2 Milliarden Dollar betragen. Die Wallstreet hatte vor allem das Resultat der PCS-Sparte mit Spannung erwartet, um Rückschlüsse auf die gesamte Mobilfunkbranche zu ziehen. Motorola teilte mit, die Handysparte sei im dritten Quartal mit 19 Millionen Dollar Profit in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Weniger gut erging es dem Semiconductor-Bereich. Dieser meldete einen Umsatzeinbruch um 49 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar und 355 Millionen Dollar Verlust nach 202 Millionen Profit im Vorjahresquartal. Eine Prognose für die nähere Zukunft wird Motorola erst heute im Laufe des Tages im Rahmen einer Analystenkonferenz abgeben. Dort dürfte auch der designierte neue President Edward Breen seine "Antrittsrede" halten.