88000er gegen IBMs "System6000"-Serie

Motorola kreuzt mit der IBM die Klingen im RISC-Feld

02.03.1990

SCHAUMBURG/USA (IDG/CW) - Die Motorola Inc. holt zum großen Schlag gegen Big Blues neue AIX-Rechner der Reihe "RISC System/6000" aus. Das Halbleiterunternehmen will im nächsten Monat drei RISC-Workstations auf Basis des 88000-Prozessors auf den Markt bringen.

Mit der Ankündigung seiner neuen Multiuser-Unix-Maschinen will Motorola der IBM den Einstieg in die DEC-Domaine der technisch-wissenschaftlichen Workstations erschweren. Die 88000er sollen weitaus leistungsfähiger und obendrein bis zu 35 Prozent preisgünstiger sein als Mother Blues Modelle der Reihe "RISC-System/6000".

Für John Murphy, Berater des amerikanischen Unternehmens Wohl and Associates, hat Motorola gegenüber der IBM die besseren Karten, in dein für beide Unternehmen neuen Markt Fuß zu fassen. Neben dem besseren Preis/Leistungs-Verhältnis begünstige die Situation Motorolas Stellung im Halbleiterbereich.

Bei den neuen Workstations handelt es sich um Server, die die Integration in Ethernet-LANs mit MS DOS-, OS/2-, Macintosh- und DEC-Desktop-Computern ermöglichen. Als Netzl-Protokoll dient TCP/IP. Demnächst soll auch das "Open-Svstems-Interconnection-Protocol" angeboten werden.

Nach Auskunft eines Mitarbeiters der deutschen Motorola-Tochter verhandelt man zur Zeit auch mit der Novell Inc., um deren Netzsystem "Netware"-portieren zu können.

Mit der Vorstellung der RISC-Systeme und einer Werbekampagnie, für die rund 30 Millionen Dollar veranschlagt wurden, will Motorola sein Image als Computerhersteller aufbessern. Ziel des Feldzuges ist nach eigenem Bekunden, den Be(.) dafür zu erbringen, daß man in den USA der Computerhersteller mit den niedrigsten Kosten ist.