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Motorola holt Iridium-Satelliten vom Himmel

01.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Motorola darf die Satelliten der bankrotten Telefon-Company Iridium nun doch vom Himmel holen. Iridium hatte gestern vor Gericht seinen Antrag zurückgezogen, der seinen Hauptinvestor Motorola an der Zerstörung der im Weltall kreisenden 66 Satelliten im Wert von fünf Milliarden Dollar hindern sollte. Der US-Elektronikkonzern will diese in der Erdatmosphäre verglühen lassen, nachdem auch der letzte Kaufinteressent, Castle Harlan, von einer Übernahme des maroden Konzerns zurückgetreten war. Motorola erklärte, die Satelliten noch bis zum 9. August im All zu lassen, falls doch noch Rettungsangebote in letzter Minute eingehen sollten.

Iridium startete im November 1998 mit der Idee, drahtlose Telefondienste überall auf der Welt durch Satellitenkommunikation zu ermöglichen. Die großen schweren Telefone, die für diesen weltumspannenden Service notwendig waren, gewannen jedoch wenig Anhänger. Im August 1999 besaß Iridium nur 55 000 Kunden und Schulden von 4.4 Milliarden Dollar. Das Unternehmen meldete Konkurs an.