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Motorola baut Satelliten für Teledesic

12.07.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Motorola wird zirka 200 Satelliten für den Netzanbieter Teledesic bauen. Das von Bill Gates und Craig McCaw gegründete Unternehmen will bis 2003 ein globales Satellitennetz für Hochgeschwindigkeits-Internet-Zugang unter dem Motto "Internet in the Sky" installieren. Die Kosten für das Projekt werden auf neun Milliarden Dollar geschätzt. Motorola erhält zunächst eine Anzahlung von 250 Millionen Dollar von Teledesic und investiert seinerseits wiederum 150 Millionen Dollar in den Netzanbieter.

Damit setzt Motorola laut Analysten ein positives Zeichen für die Satellitennetz-Industrie. Das Unternehmen scheint ein geringeres Risiko bei Teledesic zu erwarten als bei der angeschlagenen Satelliten-Company Iridium, an der Motorola mit 18 Prozent beteiligt ist. Iridium, ebenfalls Betreiber eines Satellitennetzes für globale Mobiltelefonie, konnte bisher nicht genügend Kunden für seinen teueren Service gewinnen. Nun versucht die gebeutelte Firma mit dem Rückzahlungsaufschub ihres 800-Millionen-Dollar-Kredits wieder auf die Beine zu kommen (CW-Infonet berichtete). Das Marktforschungsunternehmen S.G. Cowen & Co. hält den Bankrott von Iridium jedoch für unvermeidlich.

Diese finsteren Aussichten für Iridium könnten auch die erwarteten hohen Gewinne von Motorola im zweiten Quartal dieses Jahres negativ beeinflussen. Davon gehen jedenfalls einige Analysten aus. Andere wiederum sind zuversichtlich und prognostizieren einen Gewinn von 41 Cent pro Aktie, der hauptsächlich auf den Aufschwung im Halbleitermarkt zurückzuführen sei. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte die Company nur einen Profit von einem Cent pro Anteilsschein gemeldet. Der Hersteller von drahtlosen Telefonen und Mikroprozessoren wird die Quartalsergebnisse diese Woche bekanntgeben.