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Morgan Freeman bringt Hollwood nach Hause

18.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Schauspieler Morgan Freeman (u.a. "Driving Miss Daisy") und seine Filmfirma Revelations Entertainment haben sich mit Intel zusammengetan, um Hollywood zu einer breiteren Distribution von Filmen zu bewegen. Die Partner haben dazu laut "Wall Street Journal" im kalifornischen Santa Monica ein Musterhaus aufgestellt, in dem sich Filmmogule vor Augen führen können, wie man Filme direkt in Privathaushalte übertragen (und dabei Kinos womöglich komplett außen vor lassen) könnte.

Intel ist mit von der Partie, weil es auf höhere Verkaufszahlen von Highend-Chips in Multimedia-PCs und portablen Playern spekuliert und Industriestandards im Bereich digitaler Distribution bestimmen möchte.

Die meisten Filmstudios vermarkten ihre Werke klassisch über Kino, Bezahlfernsehen, DVD und zuletzt Fernsehen. Freeman glaubt, Filme kämen besser davon, wenn man sie direkt nach Hause schicken (etwa über eine sichere Internet-Verbindung) und dann über Heimnetze, die Computer, TV und Stereoanlage verbinden, direkt auf den Fernsehschirm.

Revelations und Intel weisen außerdem darauf hin, dass vielen vor Raubkopien zitternden Hollywood-Verantwortlichen gar nicht bewusst sei, dass Online-Distribution weit sicherer sei als DVD-Technik.

Freeman glaubt überdies, dass auch die Kinobesitzer ihre anfänglichen Ängste überwinden werden. "Wir pushen nicht diese Technik - die Technik treibt uns", erklärte er mit Blick auf die Online-Distribution und die steigende Anzahl illegaler Film-Downloads. "Wenn wir nichts unternehmen, dann werden wir enden wie die Musikindustrie." Die Musikbranche begründet seit Jahren ihre sinkenden Verkaufszahlen mit der zunehmenden Online-Piraterie.

Bislang war neuartigen Vertriebmodellen wie Wegwerf-DVDs zeitgleich zum Kinostart (dies versuchte man vergangenes Jahr mit dem Streifen "Noel" mit Susan Sarandon und Penelope Cruz) kein Glück beschieden.

Und einen Film direkt ins Fernsehen zu bringen heißt in Hollywood bisher nichts anderes, als das er so schlecht ist, dass sich kein Kinoverleih dafür findet. Morgan Freeman und seine Partner argumentieren, dies gelte jedoch nicht für das Internet, dass die Nutzer als cool empfänden. (tc)