Kommentar

Money for Nothing

03.12.1999

Wer zu früh kauft, den bestraft das Leben. Bei neuer PC-Technik im Normalfall mit satten Preisaufschlägen, bei Rechnern mit Rambus-Speicher möglicherweise auch mit mieser Leistung. Trotz der gebotenen Skepsis, die der kritische Käufer den ersten Benchmark-Tests entgegenbringen sollte: Bislang bleiben Intel und die Rambus-Company den Beweis für einen praxisrelevanten Geschwindigkeitsvorsprung ihrer Memory-Technologie schuldig.

Im Konzept steckte von Beginn an der Wurm. Die Verzögerungen bei der Auslieferung der passenden Chipsätze und Mainboards, der zeitweilige Produktionsstopp für die Bausteine und die vernichtenden frühen Testergebnisse haben Intels Image als Technologieführer erheblich angekratzt.

Dies müßte einen potentiellen Käufer wenig kümmern, wenn er nach der bekannten Devise "Aus gut und teuer wird irgendwann preiswert" auf Abwarten setzen könnte. Voraussetzung für diese Argumentation ist jedoch ein wirklicher technischer Vorsprung der neuen Hardware. Fehlt dieser, bleibt nur zu hoffen, daß der Chipgigant seine Pläne nicht einzig kraft seiner Marktmacht durchsetzen kann. Eine neue Technik ohne Leistungsplus ist niemals ihr Geld wert - auch dann nicht, wenn der Preis im Lauf der Zeit nach unten geht. Jörg Schröper