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Molekularer Abacus speichert gigantische Datenmengen

24.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wissenschaftler der Universitäten von Bologna und Edinburgh experimentieren mit Datenspeichern im Molekularbereich. Laut Francesco Zerberetto, Chemie-Professor in Bologna, haben die Forscher Materialien entdeckt, die durch leichte Impulse Braille-Schrift-ähnliche Vertiefungen und Ausbuchtungen bilden. Diese können zur Speicherung von Daten genutzt werden. Demnach lassen sich Informationen als Folge von Dellen und Ausbuchtungen abbilden. Auf einem Quadratzoll ließen sich auf diese Weise rund 100 Gigabyte Daten speichern. Die Wissenschaftler wollen nun dünne Molekülfilme entwickeln, so genannte Rotaxane, die ähnlich wie ein Abacus aufgebaut sind. Auf der Rotaxane sollen sich die Hubbel und Dellen je nach Speicherzustand bewegen lassen - wie die Kugeln auf dem antiken Rechengerät. Ein Prototyp der Molekularstruktur hielt im Labor bereits

mehrere Tage durch. Doch selbst wenn es gelingt, stabilere Rotaxanen herzustellen, ist das Projekt immer noch im Experimentalstadium. Die Funktionsweise des Speichers sei noch nicht 100-prozentig erforscht, außerdem müsse man Methoden entwickeln, um schneller auf die gespeicherten Daten zugreifen zu können, sagte Zerberetto. (lex)