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Mobile Commerce leidet unter Sicherheitsmängeln

15.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Unbefugtes Mithören, Datenmanipulation oder Computerviren - die Liste möglicher Sicherheitsrisiken im Mobile Commerce ist lang. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Verbands der deutschen Internetwirtschaft eco (Electronic Commerce Forum) bestätigt die Befürchtungen. 93 Prozent der von eco befragten Experten stuften das unbefugte Abfangen von Daten über die Funkschnittstelle (Mithören) als größtes Problem ein. 81 Prozent von ihnen glauben, dass Fehler bei der Identifizierung des Handy-Benutzers auftreten können. Gefahren durch Computerviren, die sich über Handys, Smartphones und Taschencomputer ausbreiten könnten, vermuten mehr als zwei Drittel der Umfrageteilnehmer. "Das ergibt ein Sicherheitsrisiko von 325 Prozent - ein Horrorszenario für die ganze Branche", überspitzt Eco-Chefin Bettina Horster. Sie fürchtet, dass das "teure und doch so zarte Pflänzchen UMTS in der öffentlichen Meinung plattgemacht wird, sobald die ersten Angriffswellen der Hacker über das Netz hereinbrechen."

Nach Meinung der Experten ließen sich die Sicherheitsprobleme unter anderem durch die digitale Unterschrift lösen. 85 Prozent der Befragten glauben, dass so die Identität des Nutzers zweifelsfrei nachgewiesen werden könnte. Für drei Viertel der Experten setzt sich die Kombination aus PIN (Persönliche Identifikationsnummer) und TAN (Transaktionsnummer) als Sicherheitsmerkmal durch. Lediglich die Hälfte der Teilnehmer räumten biometrischen Verfahren wie Fingerabdruck- und Iriserkennung eine Chance ein. Der Erfolg von Mobile Business hängt nach Meinung von 83 Prozent der Experten davon ab, ob Dienstleistungsanbieter und Gerätehersteller die Probleme in den Griff bekommen.