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Mobilcom rechnet für 2001 mit positiven Zahlen

06.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das norddeutsche TK-Unternehmen Mobilcom erwartet im laufenden Geschäftsjahr 2001 ein positives Ergebnis. Vorstandschef Gerhard Schmid rechnet mit einer geringeren Ergebnisbelastung als im Vorjahr, weil Mobilcom den Kauf von Endgeräten durch Kunden weniger bezuschussen will. Deshalb werde das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) positiv ausfallen. Dies gelte jedoch nicht für das erste Quartal 2001, weil für diesen Zeitraum noch die "alten Spielregeln" gelten.

Auf der CeBIT hatten die großen Mobilfunkunternehmen angekündigt, Handys künftig geringer subventionieren, also teurer anbieten zu wollen. Das Kartellamt prüft derzeit, ob es darüber unerlaubte Absprachen unter den Anbietern gegeben hat (Computerwoche online berichtete). Um Kunden in ihre Netze zu locken, hatten die Carrier die Endgeräte mit dem Vertrag zu Billigpreisen angeboten oder sogar verschenkt.

Auf der Hauptversammlung stand Schmid trotz der angekündigten Gewinne in der Kritik. Die Aktionäre verübelten ihm die Form in der bilanziert und darüber berichtet wurde (Computerwoche online berichtete). Der Konzern musste einen Betriebsverlust von 261 Millionen Mark im abgelaufenen Geschäftsjahr ausweisen. Der Abschluss war nach dem IAS-Standardverfahren vorgelegt worden. Die Bilanzierung nach HGB, in der auch die Lizenzkosten erfasst sind, weist für Mobilcom einen Verlust von einer Milliarde Mark aus bei einem Umsatz von 4,6 Milliarden Mark.

Mobilcom wird in den nächsten sieben Jahren 800 Millionen Mark jährlich an Zinsen für die insgesamt 16,4 Milliarden Mark teure UMTS-Lizenz aufbringen müssen. Mehr als zwei Milliarden Mark fallen darüber hinaus für den Aufbau der Infrastruktur an. Das Unternehmen will aber die Lizenzkosten erst dann in der Bilanz zeigen, wenn die Lizenzen auch genutzt werden. Das wird erst 2002 der Fall sein.