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Mobilcom-Gründer soll massive Kurspflege betrieben haben

15.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mobilcom -Gründer und Ex-Vorstandschef Gerhard Schmid soll zusammen mit seiner Ehefrau den Aktienkurs des Unternehmens jahrelang durch großvolumige Auf- und Verkäufe manipuliert haben. Wie das Magazin "Der Spiegel" unter Berufung auf Akten der Kieler Staatsanwaltschaft berichtet, hat die von Sybille Sindram Schmid gehaltene Millennium GmbH Kauf- und Verkaufsaufträge in dreistelliger Millionenhöhe abgewickelt. Allein zwischen Januar und August 2001 habe Millennium 62.563 Aufträge mit einem Gesamtvolumen von fast 173 Millionen Euro über die Dresdner Bank in Hamburg platziert. Internen Bankanalysen zufolge sei das kleine Unternehmen damit für gut 26 Prozent des gesamten Handelsvolumens mit Mobilcom-Aktien verantwortlich gewesen. An Spitzentagen soll der Anteil sogar 64 Prozent betragen haben. Dem Bericht zufolge musste die Bank bis zu acht Mitarbeiter im Schichtbetrieb einsetzen, um das

gewaltige Ordervolumen zu bewältigen.

Gegenüber dem "Spiegel" habe Millennium die Käufe und Verkäufe bestätigt, diese aber als ganz normale Börsengeschäfte bezeichnet. Von Stützungskäufen oder gar Kursmanipulationen könne keine Rede sein. (mb)