New Work

Mitarbeiter können sich Zeit und Budget einteilen

Florian Ertelt ist Head of Sales-Issuing der PPRO Group.
Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, von zuhause aus zu arbeiten, verbinden viele mit dem Arbeitsplatz der Zukunft. Aber auch die Miteinbeziehung und Mitbestimmung der Mitarbeiter gehören dazu, etwa in dem sie auf eigene Budgets über Kreditkarten zugreifen können.
Arbeiten wir in ein paar Jahren nur noch fünf Stunden pro Tag? Was nach unrealistischer Zukunftsmusik klingt, wird in der US-amerikanischen Firma Tower Battle Boards bereits umgesetzt.
Arbeiten wir in ein paar Jahren nur noch fünf Stunden pro Tag? Was nach unrealistischer Zukunftsmusik klingt, wird in der US-amerikanischen Firma Tower Battle Boards bereits umgesetzt.
Foto: SFIO CRACHO - shutterstock.com

Trend 1: Flexibler arbeiten und leben

Natürlich wird es Öffnungszeiten und Sprechstunden weiterhin geben und auch in Firmen werden Mitarbeiter in Zukunft zu bestimmten Zeiten erreichbar sein müssen. Technik hilft aber, um die Arbeit zu flexibilisieren, zeitlich und räumlich. Mitarbeiter werden tendenziell mehr Freiheiten kriegen, zumindest einen Teil der Arbeit im Home Office erledigen zu können.

Flexiblere Arbeitszeitmodelle erlauben es, Beruf und Familie besser unter einen Hut zu kriegen. Warum sollen Papas den Nachwuchs nicht am Nachmittag von der Kita abholen können, wenn sie die Präsentation für den nächsten Tag auch am Abend zuhause erledigen können? Zwei Stunden Arbeit am Nachmittag werden einfach gegen eine zwei Stunden Abendschicht getauscht. Das Ergebnis bleibt gleich und die Familie hat auch was davon. Manche Firmen experimentieren schon heute mit komplett neuen Arbeitszeitmodellen: Bei der US-Firma Tower Battle Boards zum Beispiel arbeiten die Mitarbeiter nur noch fünf Stunden pro Tag, von 8 bis 13 Uhr und kriegen dafür das gleiche Gehalt wie für einen 8 Stunden-Tag.

Trend 2: Mehr Projektarbeit

Die Arbeit wird generell flexibler, etwa durch Crowd-Sourcing. Für bestimmte Projekte werden virtuelle Teams zusammengestellt, deren Mitglieder sich oft nicht kennen und verteilt über die ganze Welt an einer gemeinsamen Lösung tüfteln. Damit das funktioniert, muss die technische Grundlage stimmen, etwa die passenden Kommunikationsmittel sowie Cloud-Dienste bereitstehen, damit diese Teams nicht erst aufwändig die gemeinsame Technik auf die Beine stellen müssen, bevor die richtige Arbeit beginnt.

Diese Art zu arbeiten befeuert auch einen Trend zur Selbständigkeit: Firmen kaufen sich Know-how von Spezialisten zu, die können aus anderen Firmen kommen oder wie es immer öfter der Fall ist als Freelancer arbeiten. Ein Vorteil dabei: Selbständige können ihr Arbeitspensum einfacher steuern und können selbstbestimmt arbeiten. Doch das klappt auch in Unternehmen immer besser.

Trend 3: Selbstbestimmung für Mitarbeiter

Moderne Technik wie Smartphones oder Cloud-Computing sollte man nicht überschätzen, sie sind nur Mittel zum Zweck: Mitarbeiter wollen heute möglichst selbstbestimmt arbeiten und auch eine Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit erkennen. Konkret bedeutet das, dass in der Arbeitswelt 4.0 Mitarbeiter stärker in Entscheidungen von Unternehmen eingebunden werden müssen. Ideen für neue Produkte und Dienstleistungen kommen dann nicht mehr ausschließlich aus übergeordneten Abteilungen, sondern werden auch von den Mitarbeitern initiiert und umgesetzt. Die Mitarbeiter werden also selbst kreativ und arbeiten an neuen Ideen.

Wie Unternehmen einzelnen Mitarbeitern sehr einfach Budgets zuteilen können, ohne gleichzeitig die volle Kostenkontrolle aus der Hand zu geben, zeigt etwa die Firma Hyve im Rahmen ihres "Innovator´s Program".
Wie Unternehmen einzelnen Mitarbeitern sehr einfach Budgets zuteilen können, ohne gleichzeitig die volle Kostenkontrolle aus der Hand zu geben, zeigt etwa die Firma Hyve im Rahmen ihres "Innovator´s Program".
Foto: Khakimullin Aleksandr - shutterstock.com

Mitarbeiter-Budgets auf Kreditkarten

Die von Hyve bereitgestellte Lösung für eigenverantwortliche Mitarbeiter-Budgets heißt Crosscard und setzt auf personalisierte Prepaid Kreditkarten. Mitarbeiter können damit in einem fest abgesteckten Rahmen eigene Budgets nutzen.

Über ein zentrales Online-Konto lassen sich die Kosten kontrollieren. Bei Prepaid-Modellen kann das Budget zudem auf den Karten auch nicht überzogen werden. Geht die Kreditkarte verloren oder wird sie gestohlen, entsteht kein großer Schaden. Meldet der Mitarbeiter den Verlust schnell genug, kann das Guthaben zurückgebucht werden, und die Kreditkarte ist für unehrliche Finder nutzlos.

Fünf Merkmale für den Arbeitsplatz der Zukunft

Mobilität und Technologie:
Ein moderner Arbeitsplatz ist oft nicht mehr an einen bestimmten Ort gebunden. Möglich macht das moderne Technik, die viele Mitarbeiter überall dort arbeiten lässt, wo es Internet-Zugriff gibt, insbesondere auch unterwegs oder im Home-Office.

Neue Arbeitszeitmodelle:
Flexibilität gibt es aber für die Arbeit der Zukunft nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich. Kernarbeitszeiten wird es zwar immer noch geben, aber einen immer größeren Teil der Arbeitszeit werden sich Mitarbeiter flexibel einteilen können. Das soll den Arbeitsplatz auch besser mit dem Familienleben in Einklang bringen.

Neue Formen der Zusammenarbeit:
Moderne Projektarbeit macht es vor, Mitarbeiter werden zukünftig noch mehr in Teams arbeiten, die sich zum Lösen bestimmter Problemstellungen bilden.

Neue Arbeitsumgebungen:
Fest vergebene Schreibtische und Eckbüros für verdiente Mitarbeiter stehen in vielen Firmen auf dem Prüfstand. Beispiele für neue Arbeitsumgebungen sind Desk-Sharing-Programme und Open-Space-Büros, in denen es keine Mauern mehr gibt, die die Mitarbeiter trennen

Veränderung der Unternehmenskultur:
Management auf der einen und "normale" Mitarbeiter auf der anderen Seite, das war einmal. Flache Hierarchien und fest verankerte Wege, um neue Ideen einzubringen, kennzeichnen den modernen Arbeitsplatz.

Quelle: IDG Research Services: Arbeitsplatz der Zukunft