Rosenbeck + Partner, Gräfelfing:

Mit Strategic Venturing das Risiko planen

30.11.1984

GRÄFELFING BEI MÜNCHEN (lo) - "Venture Capital heißt Geld In den Sand setzen" - gegen diese weit verbreitete Befürchtung geht die Rosenbeck + Partner Gesellschaft für Unternehmensentwicklung mbH & Co. in Gräfelfing an. Ihr Rezept dabei lautet Strategic Venturing (SV).

Zwei Gedanken umreißen dieses Konzept: zum einen ist die volkswirtschaftliche, insbesondere beschäftigungspolitische Verantwortung von Großunternehmen zu sehen; zum anderen stellen ständig kürzere Produktzyklen, besonders durch die Schubkraft neuer Techniken, diese zentral gesteuerten und hierarchisch aufgebauten Großunternehmen vor Entwicklungs- und Produktionsschwierigkeiten. Flexibilität und Innovationskraft sind gefordert, die junge und kleine Unternehmen per se besitzen.

An diesem Knoten greift das SV-Konzept der Produkt- oder verfahrensstrategischen Risikobeteiligung. Zentrales Anliegen von R & P ist, gegenwärtige und zukünftige Produkt- und Techniklücken durch Kooperation von Marktgrößen an artverwandten kleinen High-Tech-Entwicklungsgruppen zu schließen. Finanzielle unternehmerische Aspekte dabei decken eine horizontale wie auch vertikale Portfoliostrategie ab.

Diese Kooperationen bieten, so die Gautinger Berater, dem Großen die Vorteile kleiner Einheiten, ohne die eigene Struktur ändern zu müssen; die jungen Unternehmen wiederum erhalten in aller Regel mehr als "nur Geld", da sie die Infrastruktur des Großen sowie dessen Produktionsmittel nutzen können.

Der Venture-Capital-Broker Peter Rosenbeck glaubt, das gegenwärtige Defizit an Innovationen könne durch dieses Instrument mit guten Chancen gemindert werden. Eine solche Investition sei darüber hinaus "auch als strategische Maßnahme geeignet, um langfristiges Wachstum zu sichern."