Wohlgerüche per Software

Mit Sniffman duftet der Rechner

23.08.2002
MÜNCHEN (CW) - Bislang war sie der klassische Erste-April-Scherz - die Duftkarte für den PC. Damit dürfte jedoch bald Schluss sein, denn die Münchner Comscent GmbH will auf der CeBIT 2003 im Ernst ein solches Produkt vorstellen.

Nach Angaben des Münchner Unternehmens steht der computergesteuerte "Sniffman", der auch dem PC zu seinem speziellen "Gschmäckle" verhilft, kurz vor der Serienreife. In der Grundversion kann das Gerät 32 Geruchsvarianten freisetzen. Vom Aroma frisch gerösteten Kaffees bis zum Gummigeruch für Reifenabrieb verspricht Comsecent für jedes Näschen den passenden Duft.

Mit dem Sniffman dürfte das "Gib Gummi" in so mancher Rennsimulation eine neue Bedeutung gewinnen, wenn das heimische Spielzimmer dann wirklich nach verbranntem Reifen stinkt oder dem PC-Rennfahrer beim virtuellen Boxenstopp Benzingeruch um die Nase weht.

Technisch arbeitet der Sniffman wie ein Tintenstrahldrucker: Ein Halbleiterchip setzt über kleine Düsen anstelle von Tinte verschiedene Geruchsstoffe frei. Diese werden erwärmt und durch einen Luftzug aus dem Gerät befördert. Die Duftstoffe selbst befinden sich in kleinen Patronen, die wie beim Tintendrucker von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden müssen. Das Münchner Unternehmen kalkuliert den Verkaufspreis für den Sniffman zwischen 99 und 149 Euro. (hi)