Miniaturisierung fordert Wissenschaftler

Mit neuem Kraft-Mikroskop macht IBM Bits auf Speicher sichtbar

13.04.1990

RÜSCHLIKON/ STUTTGART (CW) - Wissenschaftler der IBM-Forschungslabors im schweizerischen Rüschlikon haben ein neuartiges Kraft-Mikroskop entwickelt, mit dessen Hilfe es möglich ist, hochauflösende Bilder der Oberflächen-Topographie und der magnetischen Kräfte von Speicherplatten im Bereich von zehntausendstel Millimetern zu erhalten.

Das wesentlich modifizierte Magnetkraft-Mikroskop stellt eine Weiterentwicklung des Kraft-Mikroskops dar, welches wiederum ein Abkömmling des Raster-Tunnel-Mikroskops ist. Für dessen Erfindung wurden die Wissenschaftler Gerd Binnig und Heinrich Rohrer 1986 mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet.

Das Magnetkraft-Mikroskop ermöglicht es, gleichzeitig magnetische Kräfte und die Oberflächen-Topographie von Speichermedien in sehr hoher Auflösung zu erfassen. Die besonders für diesen Zweck entwickelte Laser-Interferometrie vermag Auslegerablenkungen zu messen, die kleiner sind als fünf Pikometer (ein Pikometer entspricht einem billionstel Meter).

Diese Methode hat man jetzt für Abbildungen von Schreib- und Leseköpfen in Magnetspeichern und von magnetischen Spuren auf Speicherplatten angewendet. Die hieraus resultierenden Erkenntnisse sollen Informationen liefern für die weitere Miniaturisierung von Magnetspeicher-Bauelementen.

Ziel ist, sowohl die Speicherdichte als auch die Arbeitsgeschwindigkeit der Speichermedien zu erhöhen.