Digitalisierung bei Fiducia

Mit Corona gegen die Hierarchie

21.01.2021
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Fiducia & GAD tritt in Sachen Digitalisierung schon länger aufs Gaspedal. Nichtsdestotrotz hat sich das Unternehmen vor allem in Sachen New Work für 2021 einiges vorgenommen.
Die Corona-Pandemie beschleunigt Entwicklungen wie hierarchiefreies Arbeiten.
Die Corona-Pandemie beschleunigt Entwicklungen wie hierarchiefreies Arbeiten.
Foto: Gajus - shutterstock.com

Schon vor Corona stand die Fiducia & GAD auf dem Gaspedal in puncto Digitalisierung. Die Pandemie habe dem Ganzen nochmals eine neue Dynamik verliehen und man habe sich auch für dieses Jahr viel vorgenommen, wie Jörg Staff, Vorstand und Arbeitsdirektor des Karlsruher IT-Dienstleisters, versichert.

"Ein Lehrjahr für Unternehmensführung"

"2020 ist ein Lehrjahr für Unternehmensführung", ist Staff überzeugt, wenn man ihn auf die Herausforderungen des Vorjahres anspricht. Er sagt aber auch: "Gerade jetzt greifen unsere genossenschaftlichen Werte wie Solidarität und Partnerschaftlichkeit." (Anm. der Red.: Das Unternehmen ist eine Tochter der Genossenschaftsbanken). Die Krise, so seine Überzeugung, habe auch neue Chancen entfacht - etwa die Erfahrung für viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, dass autonomes Arbeiten aus dem Homeoffice über längere Zeiträume problemlos möglich sei. Die aktuelle Situation unterstütze stark das Bestreben zu einer hierarchiefreien und transparenten Organisation zu kommen.

Voraussetzung sei allerdings: enge Abstimmungen, kurze Kommunikationszyklen und Vertrauen in das Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Es finde ein Umdenken hin zu hybriden Arbeitsmodellen und auch in der Arbeitsplatzgestaltung statt. "Corona beschleunigt unsere digitale Transformation", ist Staff überzeugt. Dazu zählten die Infrastruktur der Remote-Arbeitsplätze oder der Einsatz von Collaboration Tools. "Demgegenüber stehen Gesundheitsaspekte, die in diesem Maße vorher nicht auf dem Radar waren": es gelte nämlich Zoom-Fatigue und neue Formen der physischen Belastung entgegenzuwirken und dem Thema Resilienz im Unternehmen eine neue Bedeutung zu geben.

Jörg Staff, Personalvorstand bei Fiducia & GAD: "Corona beschleunigt unsere digitale Transformation."
Jörg Staff, Personalvorstand bei Fiducia & GAD: "Corona beschleunigt unsere digitale Transformation."
Foto: Fiducia & GAD

Fiducia habe im Rahmen seiner Transformation bereits vor über 25 Monaten begonnen neue Formen der agilen Zusammenarbeit zu üben und einen entsprechenden digitalen Reifegrad erreicht, berichtet der Personalvorstand. In diesem Jahr gehe es dem Unternehmen nun darum, das neue agile Zusammenarbeitsmodell weiter zu professionalisieren und an der Flexibilität und der weiteren Kunden- und Mitarbeiterorientierung zu arbeiten.

Fiducia: Mitarbeiter und Kultur im Gleichschritt

Unternehmensintern bedeute das, dass das hybride Arbeitsmodell im weiterentwickelt werde und die physische Arbeitsumgebung entsprechend angepasst wird. Der Karlsruher Finanzdienstleister arbeite "mit Hochdruck daran, eine ganzheitliche Employee Experience auszugestalten", das heißt, man wolle die Bedürfnisse der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf die gleiche Stufe stelle wie die der Kunden. "Wir werden unseren digitalen Reifegrad weiter erhöhen und die dazugehörigen agilen Kompetenzen weiter ausbauen", formiert Staff sein Ziel für dieses Jahr.

Unter dem Motto "People first" will er verstärkt in die Qualifikation der Mitarbeiter investieren zu Themen wie neue Technologien, virtuelle Kollaboration, in ihre optimale Vernetzung und Arbeitsplatzinfrastruktur, also Desksharing und Workflows für mobiles Arbeiten. "Die Mitarbeiter sollen jederzeit von überall auf Prozesse zugreifen können, ohne dabei Kompromisse bei der Stabilität und Integrität der Systeme eingehen zu müssen", so der Plan für dieses Jahr. Das gelte im gleichen Maße auch für die Kunden.

Unter der Überschrift "Deutschland Campus 2020+" will Fiducia eine Arbeitsumgebung schaffen, die das neue Zusammenarbeitsmodell optimal unterstützt. Dabei stehe der Activity Based Working Ansatz, der aus vier Hebeln besteht, im Zentrum der Gestaltung, wie Staff ausführt:

  1. Durch maximale Flexibilität passen sich Arbeitsbedingungen an die Tätigkeit an.

  2. Vertrauen ist wichtigster Grundpfeiler in unserer Arbeits- und Führungskultur.

  3. Kontrolle war gestern, auf die Ergebnisse kommt es an.

  4. Die Aktivität entscheidet über das optimale Arbeitsumfeld - nicht die Hierarchie.

"Es gilt, unsere Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und unsere Kultur im Gleichschritt zu entwickeln", schließt der Personalvorstand. Nur so könne New Work mehr werden, als ein Buzzword oder das sprichwörtliche Lippenbekenntnis.