ERP aus der Cloud

Mit Agilität den Krisen trotzen

25.11.2022
Anzeige  Unternehmen haben derzeit mit zahlreichen Krisen zu kämpfen. Die Cloud bietet ihnen die Chance, die Resilienz ihrer Lieferketten zu steigern und damit auch in bewegten Zeiten auf Erfolgskurs zu bleiben.
Aktuelle Studien wie der KPMG Cloud-Monitor 2022 zeigen: Kosteneinsparungen und eine bessere Skalierbarkeit haben die Migration der ERP-Systeme in die Cloud viele Jahre vorangetrieben und werden dies auch künftig tun.
Aktuelle Studien wie der KPMG Cloud-Monitor 2022 zeigen: Kosteneinsparungen und eine bessere Skalierbarkeit haben die Migration der ERP-Systeme in die Cloud viele Jahre vorangetrieben und werden dies auch künftig tun.
Foto: Blue Planet Studio - shutterstock.com

Wer die aktuellen Geschäftsrisiken mindern will, muss in der Lage sein, schnell und agil auf Schwankungen zu reagieren. Er muss Innovationen vorantreiben und neue Geschäftsmodelle entwickeln, um den wechselnden Markt- und Kundenanforderungen zu genügen. Gleichzeitig gilt es, die Betriebskosten im Griff zu behalten. Das ist ein herausfordernder Spagat, der nur mit einer ausgefeilten ERP-Strategie gelingen kann.

Entspannung nicht in Sicht

Unsichere Versorgungslagen gefährden die weltweiten Lieferketten - ob durch Energiekrise, Rohstoffknappheit, Inflation oder COVID-Pandemie verursacht. Eine Entspannung ist nicht in Sicht - im Gegenteil. Laut Bundesvereinigung Logistik (BVL) werden die Störungen in den Lieferketten in den kommenden Monaten weiter zunehmen und die Unternehmen vor bislang unbekannte Herausforderungen stellen.

Da ist gut gerüstet, wer zeitnah Transparenz entlang der gesamten Supply Chain herstellen kann. "Unternehmen brauchen IT-Systeme, die in der Lage sind, wichtige Informationen schnell zu liefern", meint Kathrin Kronberg, Senior Consultant bei der Standortleitung Bayern des SAP-Dienstleisters abat, der auf die Automobilindustrie spezialisiert ist. "Wenn zum Beispiel eine Lieferkette abbricht, weil der Container nicht aus dem Hafen verschifft wird, dann muss ganz schnell klar sein, welche Unternehmensteile - ob Werke oder Distributionszentren - und welche Kunden davon betroffen sind." Im zweiten Schritt sollte, so Kronberg weiter, das System Vorschläge zur Lösung der erkannten Probleme machen: Gibt es alternative Bezugsquellen, welche Kunden müssen zuerst beliefert werden?

Plan B schützt vor Lieferengpässen

Diese Anforderungen sind nur mit zentralen ERP-Systemen zu erfüllen, "die über die Unternehmensgrenzen hinweg gute Dienste leisten, etwa zur Planung, Steuerung und Überwachung der Lieferketten", betont Dr. Robert Laube, Executive & Territory Central Lead beim Microsoft-Lösungsanbieter Avanade Deutschland. Zudem sollten sich die Unternehmen mit einem "Plan B samt Frühwarnsystem" gegen Lieferrisiken schützen. Daher rät Laube zum Einsatz prädiktiver KI, die auch externe Daten - etwa zur Marktpreis- oder Wetterentwicklung - bei der Erstellung von Prognosemodellen nutzt. Mithilfe einer integrierten Datenanbindung von Beschaffung, Produktion und Vertrieb könnten die Unternehmen potenzielle Veränderungen in der Lieferkette zeitnah erkennen und faktenbasierte Entscheidungen für geeignete Alternativen treffen.

Enormer Wachstumsschub für die Cloud

Aktuelle Studien wie der KPMG Cloud-Monitor 2022 zeigen: Kosteneinsparungen und eine bessere Skalierbarkeit haben die Migration der ERP-Systeme in die Cloud viele Jahre vorangetrieben und werden dies auch künftig tun. Denn nach wie vor sind die Unternehmen zur Optimierung ihrer IT-Betriebskosten angehalten. Doch offenbart der enorme Wachstumsschub, den Cloud Computing gegenwärtig erfährt, weitere wichtige Potenziale des Cloud-Einsatzes. Ganz oben rangiert die Notwendigkeit, schnell auf veränderte Nutzungsbedürfnisse zu reagieren, wie es die volatilen Märkte heute verlangen. Denn nur so lässt sich die Resilienz der Lieferkette steigern, die zu den wichtigsten Wettbewerbsfaktoren von Unternehmen zählt.

Höhere Interoperabilität am Markt

"Die erforderliche Agilität und Flexibilität müssen sich im ERP-System abbilden lassen. Ohne Cloud-Native bei Software, Architektur und Infrastruktur ist das kaum erreichbar", sagt Matthias Zacher, Senior Consulting Manager beim Marktforschungsunternehmen IDC, und erklärt Agilität damit zum aktuellen Haupttreiber für die Cloud-Migration. Zacher ergänzt: "Mit Low-Code-Plattformen und dem Einbinden von Partneranwendungen lässt sich die Agilität noch steigern."

Ähnliche Argumente führt Heiko Henkes, Director & Principal Analyst bei der Information Services Group (ISG), einem Marktforschungs- und Beratungshaus im IT-Segment, ins Feld: "Cloud-native Technologie erhöht die Standardisierung im Unternehmen, was es wiederum leichter macht, sich an Plattformen und Netzwerke von Kunden, Partnern oder ganzer Industriebereiche anzudocken. Auf diese Weise stellen Unternehmen ihre Interoperabilität am Markt sicher und bleiben wettbewerbsfähig."

Transparenz und Kontrolle über Produktion

Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt Bobst, ein international tätiger Schweizer Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Verpackungsindustrie. Um die Supply Chain zu flexibilisieren und eine offene Kommunikation mit den Kunden führen zu können, liefert das Unternehmen unter anderem jede Maschinenlösung mit der eigenen Datencloud "BOBST Connect" aus. Diese Live-Plattform bindet die Verpackungs- und Markenartikelhersteller an einen digitalisierten Workflow an, der ihnen Transparenz und Kontrolle über die Produktion gibt. "Gerade die weltweiten Serviceprozesse benötigen Daten, die rund um die Uhr 24/7 bereitstehen", erläutert Manfred Bauer, Area Service Manager Internet of Things (IoT) bei Bobst. "Mit unserem neuen ,BOBST Connect'-Angebot können Kunden im Fall eines Maschinenstillstands schnell und kompetent von verschiedenen Standorten aus unterstützt werden."

Einfacher Zugang zu Innovationen

Als weitere Gründe für den verstärkten Trend zu Cloud Services nennt der KPMG Cloud-Monitor 2022, dass sich die Nutzer einen vereinfachten Zugang zu innovativen Geschäftsmodellen und Technologien versprechen. Das sollte nach Ansicht der Marktexperten auch ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Cloud-ERP sein. "Im Wettbewerb haben jene Anbieter die Nase vorn, die fortschrittliche Technologien wie Datenanalytik, KI sowie Kollaborationstools integrieren und die Verantwortung für die Themen Sicherheit, Upgrades und Wartung übernehmen", meint ISG-Analyst Heiko Henkes. Auch Matthias Zacher von IDC wertet es als Pluspunkt, dass Cloud-basierte ERP-Systeme "Intelligenz, APIs, automatisierte Workflows, Orchestrierungs- und Integrationstools sowie Container und Microservices umfassen und von der unterliegenden Infrastruktur entkoppelt sind."

Einig sind sich die Experten auch über die zentrale Bedeutung der Cloud für den Aufbau digitaler Ökosysteme. Wer sich mit Partnern, Wettbewerbern, Kunden und anderen Akteuren in Netzwerken nahtlos zusammenschließen will, muss auf "as-a-Service"-Modelle setzen. Daher sollten die Unternehmen auf kostenlose Schnittstellen zu anderen Cloud-Lösungen achten, um diese agil zu integrieren und vergleichsweise einfach und günstig zu warten.

Tor zur Zukunft von Unternehmen

Für Scott Russell, im SAP-Vorstand für den Bereich Customer Success zuständig, ist die Cloud das Tor zur Zukunft von Unternehmen: "Führungskräfte müssen die Cloud als echte Chance begreifen, ihr Unternehmen durch die Macht der Daten, Netzwerke und Partnerschaften zu verändern. Der Schlüssel zu einem intelligenten, vernetzten und nachhaltigen Unternehmen liegt in der digitalen Transformation." Mit SAP S/4HANA Cloud steht ein Cloud-ERP zur Verfügung, das standardisierte, branchenführende Best Practices und automatisierte Prozesse verwendet. Dafür wurde SAP S/4HANA Cloud im Gartner Magic Quadrant 2022 als führend für produktorientierte Unternehmen ausgezeichnet und erreichte auch in mehreren Forrester-Studien den Leader-Status.