CPU soll 160 Specmarks leisten

Mips Computer lüftet Schleier über den kommenden RISC-Entwicklungen

03.04.1992

MÜNCHEN (CW) - Durch die nicht gerade vorteilhafte Presse wegen der finanziellen Schräglage und des geplanten Aufkaufs durch die Silicon Graphics Inc. möglicherweise in Zugzwang gebracht, ließ die Mips Computer Systems Inc. jetzt erste Details über zukünftige RlSC-Produkte durchsickern.

Schon kommendes Jahr soll der R4000-Nachfolger, der R5000, auf den Markt kommen. Auch bei dieser CPU verfolgte Mips wie schon bei den R2000 und R4000-Prozessoren das Konzept, eine neue Entwicklungsumgebung beziehungsweise - nach Mips-Sprachgebrauch - eine neue Design-Datenbank für den Chip zu entwickeln.

Mit dieser Technologiestrategie ist es dem Chip-Produzenten möglich, die Investitionen und Ressourcen für ein Neudesign auf ein Zehntel dessen zu begrenzen, was für die Entwicklung einer komplett neuen Kerntechnologie nötig wäre.

Gegenüber dem mit 75 Specmarks angegebenen Rechenleistungs-Vermögen des R4000, der bis Ende 1992 angeblich noch bis auf 110 Specmarks hochgepuscht wird, soll der nach Unternehmensangaben mit 100 Megahertz getaktete R5000 ein Leistungsvermögen von etwa 160 Specmarks aufweisen können.

Ein nach Mips-Angaben angeblich bis 1994 zur Verkaufsreife gediehener R10000 soll es sogar auf 320 Specmarks bringen. Da Mips allerdings bislang nicht einmal den R4000 in Mengenstückzahlen verfügbar machen konnte, sind durchaus Zweifel angebracht, ob es sich bei den nunmehrigen Technologieenthüllungen lediglich um eine Art Vorwärtsverteidigung gegen Konkurrenzprodukte wie etwa den Alpha-Chip von Digital Equipment handelt, der heute schon in Leistungsbereiche vorstößt, die Mips erst für die kommenden Jahre anpeilt.