SATIRE

Millionen fuer Gerstner

16.04.1993

Das haelt Trauerwein im Kopf nicht aus: Da werden IBM-Watcher von Zweifeln geplagt, ob der neue Big-Blue-Boss Louis V. Gerstner als PC-Anwender auch ueber genuegend High-Tech-Erfahrung verfuegt, sich in die THINK-Mentalitaet der IBM einfuehlen zu koennen. Dabei versteht Gerstner etwa von Unix genausoviel wie jeder halbwegs arrogant gebliebene IBM-Mainframe-Spezialist, naemlich gar nix - dafuer um so mehr von dem, was einen Firmenwechsel ohne Reue moeglich macht. Fuer fuenf Millionen Dollar einmalig auf die Hand und zwei Millionen Dollar Grundgehalt das zahlt IBM dem Akers- Nachfolger - kann man andererseits keine Wunderdinge erwarten. Der Mann hat den Job angenommen: ein zufriedener Neu-IBMer zumindest - wenn das kein Fortschritt ist? Wer mehr ueber Gerstners Chancen aussagen will, der sollte Hellseher sein. Den ersten blauen Brief werden viele Alt-IBMer mit 47, mit 51 oder mit 55 Jahren bekommen. In Abfindungsfragen kennen sie sich bei weitem nicht so gut aus wie Gerstner. Der hat sich die Option aus dem Nabisco-Vertrag mit 22,5 Millionen Dollar versilbern lassen.