US-Zahlungsbilanz durch Japans Halbleiter unter Druck:

Milliarden-Defizit durch IC-Importe

21.09.1984

NEW YORK (VWD) - Im ersten Halbjahr 1984 erhöhte sich der US-Export von Halbleitern nach Japan im Jahresvergleich um 81 Prozent auf 183 Millionen Dollar. Nach Angaben des US-Handelsministeriums ist infolge des starken Anstiegs der japanischen Halbleiterexporte in die USA für das Gesamtjahr aber ein US-Defizit von 1,1 Milliarden Dollar zu erwarten.

Im ersten Halbjahr 1984 stiegen dagegen die japanischen Halbleiterexporte in die USA bereits um über das Doppelte auf 869 Millionen Dollar. Darin könnten sich allerdings, so das Ministerium, auch in Japan gefertigte Halbleiter von Texas Instruments befinden.

Der Semiconductor Industry Association zufolge sind die US-Halbleiterlieferungen nach Japan für 1984 auf insgesamt 850 Millionen Dollar zu veranschlagen, weil die großen US-Hersteller wie Texas Instruments und Motorola ihre japanischen Abnehmer direkt aus ihren Werken in Japan belieferten.

Ein Grund für den höheren US-Export sei dabei nicht zuletzt ein 1983 abgeschlossenes bilaterales Abkommen zur Verbesserung des Zugangs zum japanischen Halbleitermarkt gewesen. Das hohe US-Passivum im Halbleitermarkt mit Japan ist einem Sprecher des Ministeriums zufolge im übrigen bis zu einem gewissen Grade auch mit dem höheren US-Halbleiterverbrauch zu erklären.