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Milliarden-Deal: Pirelli und Benetton schnappen sich Telecom Italia

30.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auch im Sommerloch gibt es noch Überraschungen: Der italienische Reifen- und Telekommunikations-Equipment-Hersteller Pirelli übernimmt mit Hilfe des Modekonzerns Benetton indirekt die Kontrolle bei der Telecom Italia. Zu diesem Zweck haben die beiden Unternehmen ihren gemeinsamen Anteil an Olivetti, dem Mehrheitseigner an der Telecom Italia, um 23 Prozent auf rund 27 Prozent aufgestockt. Dafür zahlen sie zirka sieben Milliarden Euro. Pirelli und Benetton halten damit die Kontrollmehrheit an dem italienischen IT-Konzern, dessen Aktienkapital ansonsten breit gestreut ist. Olivetti wiederum besitzt einen 55-prozentigen Anteil an der Telecom Italia. Für die Übernahme weiterer Olivetti-Aktien hatten Pirelli und Benetton eigens eine Firma gegründet, an der der Reifenhersteller 60 Prozent und

der Bekleidungsspezialist 40 Prozent hält.

Inzwischen hat Olivetti-Chef Roberto Colaninno seinen Rücktritt erklärt. Sein Nachfolger soll Enrico Bondi werden, der bislang die Geschicke des italienischen Mischkonzerns Montedison lenkt. Einige Marktbeobachter gehen davon aus, dass Colaninno auch als Chef der Telecom Italia ausscheiden wird.

Pirelli wurde zu dem Einstieg in den Carrier-Markt offenbar durch seine bisherigen Geschäftsbeziehungen zur Telecom Italia im Kabelgeschäft inspiriert. Pirelli hofft daher nun auf starke Synergieeffekte.

Mit Colaninno scheidet nun der Manager aus, der selbst vor wenigen Jahren einen spektakulären Deal hinlegte: Er hatte als Olivetti-Chef im Mai 1999 die Aktienmehrheit bei der Telecom Italia übernommen und damit deren Fusionspläne mit der Deutschen Telekom durchkreuzt (Computerwoche online berichtete).