IT-Projekte finanzieren

Mikrokredite fördern das Gewerbe

06.10.2008
Von 
Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT. Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.

Gesellschaft für Unternehmensberatung & Mikrofinanzierung

Die Gesellschaft für Unternehmensberatung & Mikrofinanzierung (GUM) finanziert eigenen Angaben zufolge Gründungs-, Unternehmenswachstums- und Konsolidierungsvorhaben. Firmen, die sich für einen GUM-Mikrokredit interessieren, müssen ihren Standort in Bayern oder Sachsen haben. Bei einem Gründungsvorhaben ist ein vollständiges Unternehmenskonzept zu entwickeln und bei der GUM einzureichen; bei zu finanzierenden Projekten ist eine Vorhabensbeschreibung durch einen autorisierten GUM-Kooperationspartner (Gründerzentrum) zu erstellen und einzureichen. Der GUM-Gründungsberater muss die Person des Antragstellers und die Tragfähigkeit des Projekts positiv beurteilen. Dann wird der Antrag durch den Kooperationspartner an den Vergabeausschuss der GUM weitergeleitet, der über die Kreditvergabe entscheidet.

Autorisierte Kooperationspartner (Gründerzentren) der GUM sind die BfE München Consult GmbH, München, und die gründernet Beratungs- und Projektentwicklungs GmbH, Chemnitz.

Weitere Förderprogramme

Die KfW Mittelstandsbank bietet IT-Firmen, die ihre Projekte finanzieren wollen, nicht nur Mikrokredite in Form des KfW-StartGeld an, sondern auch das Programm "Unternehmerkapital" und das Programm "KfW-Unternehmerkredit".

KfW-Unternehmerkapital: Nachrangdarlehen erhöht die Bonität

Mit dem Begriff "Unternehmerkapital" bezeichnet die KfW Mittelstandsbank eine Produktfamilie für Existenzgründer, Freiberufler, junge Unternehmen und etablierte Firmen in Form von langfristigen Nachrangdarlehen. Ein Nachrangdarlehen ist dadurch gekennzeichnet, dass der Darlehensgeber im Rang hinter die Forderungen aller übrigen Fremdkapitalgeber zurücktritt. Das bedeutet: Das Darlehen hat eine eigenkapitalnahe Funktion. In der Regel sind keine Sicherheiten. erforderlich. Eine IT-Firma, die ein Nachrangdarlehen aufnimmt, bündelt damit die Vorteile von Fremd- und Eigenkapital und verbessert so die eigene Bonität, was ihr wiederum den Zugang zu weiteren Finanzmitteln erleichtert. Zu beachten ist allerdings, dass natürliche Personen als Endkreditnehmer - also beispielsweise ein Programmierer, der sich selbständig machen oder eine eigene Firma gründen will - persönlich für die Rückzahlung des Darlehens haften.

Das KfW Unternehmerkapital setzt sich aus drei Bausteinen zusammen, die jeweils auf die unterschiedlichen Entwicklungsphasen des Unternehmens zugeschnitten sind:

  • Baustein 1: Liegt die Geschäftsaufnahme maximal zwei Jahre zurück, erhält die IT-Firma das sogenannte ERP-Kapital für Gründung; Kapital aus diesem Topf können also Existenzgründer und junge Unternehmen beantragen. Gründer erhalten verbilligte Zinssätze aus dem ERP-Sondervermögen.

  • Baustein 2: Liegt die Geschäftsaufnahme mehr als zwei und höchstens fünf Jahre zurück, so kann das IT-Unternehmen ERP-Kapital für Wachstum beantragen. Wachstumsunternehmen erhalten ebenfalls verbilligte Zinssätze aus dem ERP-Sondervermögen.

  • Baustein 3: Ist die IT-Firma seit mehr als fünf Jahren am Markt tätig, kann sie in den Genuss von KfW-Kapital für Arbeit und Investitionen kommen.

Für Nachrangdarlehen, die Wachstumsfirmen (Baustein 2) oder etablierte Unternehmen (Baustein 3) beantragen, gelten differenzierte Zinssätze, die sich an der Bonität des betreffenden Unternehmens orientieren. Das bedeutet: Eine Firma mit guter Bonität profitiert von niedrigen Zinssätzen; ein schwächeres Unternehmen erhält ebenfalls Kapital, allerdings, wie es die KfW ausdrückt, "zu einem risikogerechten Preis", sprich: zu weniger günstigen Konditionen.