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Microstrategy kündigt Report Services an

19.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Gestern kündigte auch der BI-Softwarenanbieter (Business Intelligence) Microstrategy seinen Einstieg in den boomenden Enterprise-Reporting-Markt an. Zwar ist "Report Services" laut "Computerwire" noch relativ unausgereift, das hinderte aber CEO Michael Saylor nicht, die neue Software als "das fortschrittlichste und nutzbarste Reporting-Produkt der Welt" anzukündigen.

Saylor stellte dabei insbesondere die enge Integration mit der hauseigenen BI-Software heraus, auf deren unterliegende Architektur Report Services aufsetzt. Mark LaRow, Vice President of Products, erklärte, die neue Lösung erlaube die beliebige Kombinationen traditioneller Reports mit zonenbasierten (Scorecard). "Report-Designer können Zonen und Bands frei kombinieren, um ausgefeilte Layouts und Designs zu erzielen", so LaRow. Weitere Highlights seien nutzerdefiniertes Reporting, Pixel- und druckfertige Ausgabe, hoher Durchsatz (angeblich bereits gemessen mit 72.000 Reports pro Stunde) sowie die Plattformintegration und Kompatibilität zu bisherigen Microstrategy-Reports. Report Services sei außerdem bereits an zwölf internationale Sprachen angepasst (Online-Hilfe, Zeit/Datumsformate sowie Report-Attribute/Maße) und unterstütze Formatierung per Drag and drop sowie das PDF-Format.

Zu dem Schritt in das neue Geschäftsfeld ließ sich Microstrategy vermutlich durch das enorme Umsatzpotenzial verführen. Query- und Reporting-Tools machen den größten Teil vom gesamten BI-Softwaremarkt aus (nach einigen Schätzungen bis zu 50 Prozent). LaRow räumte ein, dass Microstrategy hier ein Späteinsteiger sei und aufgrund seiner Fokussierung auf den Analysebereich die anfängliche Nachfrage verpasst habe. "80 Prozent unserer Patente stecken in unserem Intelligence Server", erklärte der Produkt-Manager. "Aber wir sind im vergangenen Jahr aufgewacht und haben uns gefragt, wieso wir eigentlich in diesem Markt nicht mitspielen. Wir haben dann entschieden, dieses Segment nicht länger Crystal Decisions, Actuate und Konsorten zu überlassen."

Reporting steht derzeit bei allen BI-Spezialisten hoch im Kurs. Cognos hat im September sein Reportnet herausgebracht, während sich Business Objects und Hyperion im Sommer durch die Zukäufe von Crystal und Brio verstärkten. Selbst Microsoft steigt Anfang kommenden Jahres mit seinen "Reporting Services" für SQL Server in den Markt ein. (tc)