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Microsofts Exchange-Fahrplan opfert Abwärtskompatibilität

19.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Exchange-Team von Microsoft gibt auf seinem Weblog einen Ausblick auf die Schnittstellen des Messaging-Systems in den nächsten Versionen. Beginnend mit der Ausführung, die unter dem Codenamen E12 für nächstes Jahr angekündigt ist, soll der Schwerpunkt auf Web-Service-Interfaces liegen. Dies betrifft vor allem den Zugriff auf Informationen in Exchange-Datenbanken. Für die Verarbeitung von Mails, die in den Server gelangen oder von dort hinausgehen, sieht Microsoft .NET-Code ("Managed Agents") vor. Die Verwaltung des Systems sollen primär Scripts ("cmdlets") für die neue Windows-Shell namens "Monad" übernehmen.

Im Zuge dieser Neuausrichtung gibt Microsoft eine Reihe bisher angebotener Interfaces auf. Einige davon sollen in E12 noch unterstützt und im Rahmen des üblichen "Support Lifecycle" zehn Jahre lang verfügbar sein. Diese Programmierschnittstellen (APIs) werden in der Sprachregelung von Microsoft "weniger betont" ("de-emphasized"). Dazu zählen die Funktionen das Collaborative Data Object (CDO), einer mit Exchange ausgelieferten COM-Komponente, der Zugriff via OleDB und WebDAV.

Daneben kündigte das Exchange-Team aber auch an, dass es mehrere der bisher vorhandenen APIs bereits in E12 nicht mehr unterstützt. Dazu zählt etwa die mit Exchange 2000 eingeführte Möglichkeit, Ordner der Mail-Datenbank als Windows-Laufwerk freizugeben. Auf der Strecke bleiben zudem die "Windows Management Instrumentation Provider" (WMI) für das System-Management sowie Web-Forms, die auf ASP.NET beruhen. Anwendungen, die auf diese oder weitere aufgelassene Schnittstellen zugreifen, werden nach Auskunft von Microsoft unter Exchange E12 nicht mehr funktionieren. (ws)