Build 2019

Microsoft will Azure zum Welt-Computer machen

08.05.2019
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Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.

Cortana lernt Kontext zu verstehen

Darüber hinaus will Microsoft verstärkt KI-Funktionen in seiner Software verankern. Beispielsweise soll die Sprachassistentin "Cortana" über die gesamte Microsoft-365-Infrastruktur verteilt werden, kündigte Nadella an. Der CEO versprach die digitale Assistentin mit Hilfe neuer Algorithmen intelligenter zu machen. Demzufolge soll Cortana künftig in der Lage sein, ein kontextbezogenes Verständnis aus Konversationen zu ziehen.

Via Filmeinspielung demonstrierte Microsoft, wie sich Nutzer das künftig vorstellen können: Eine Frau konfrontierte Cortana über ihr Smartphone mit verschiedenen, durchaus komplexen Aufgaben für ihre Termin- und Kalenderverwaltung. Dabei musste Microsofts Assistenzsystem den sich ständig ändernden Kontext aus verschiedenen Fragen und Anweisungen verstehen können. Wann die neue Cortana verfügbar sein wird, wollten die Microsoft-Verantwortlichen jedoch noch nicht verraten.

IE-Modus für Altanwendungen im Edge-Browser

Neben künftigen Anwendungsszenarien muss der Konzern seinen Blick aber auch zurück richten. Im Dezember vergangenen Jahres hatte Microsoft angekündigt, auf das von Google initiierte Open-Source-Projekt Chromium bei der weiteren Entwicklung für den eigenen Browser "Edge" für den Desktop zu setzen. Auf der Build hat der Hersteller neue Funktionen für die kommende Version des Browsers unter Windows 10 angekündigt: Ein IE-Modus (Internet Explorer) richtet sich an die Unternehmen, die noch Anwendungen einsetzen, die den IE erfordern. Das sind laut Microsoft-Zählung immerhin mehr als 60 Prozent aller Betriebe weltweit. Das Feature integriert den Internet Explorer als Tab in Microsoft Edge. Das soll es Anwendern erlauben, Internet Explorer-basierte Anwendungen in Edge auszuführen.

Zudem sollen zusätzliche Kontrollwerkzeuge den Usern künftig die Möglichkeit geben, zwischen drei verschiedenen Datenschutzstufen in Microsoft Edge zu wählen: uneingeschränkt, ausgewogen und strikt. Je nach Auswahl wird die Nachvollziehbarkeit des Nutzungsverhaltens für Drittanbieter entsprechend begrenzt. Das biete Nutzern mehr Kontrolle und Transparenz beim Web-Surfen, verspricht Microsoft.

Nadella bekräftigte in Seattle auch eine Aussage aus der Vergangenheit: "Der Schutz der persönlichen Daten ist ein Menschenrecht", sagte der Microsoft-Chef. Er betonte die Bedeutung von Aspekten wie "Cybersecurity" und einer "verantwortungsvollen KI". Eine wichtige Rolle in diesem Kontext spielten die Entwickler. "Diese Community hat die Macht die Zukunft positiv zu formen", stellte Nadella zum Ende der Keynote fest. "An die Arbeit."